Kärnten ist Spitzenbundesland bei Jugendbeschäftigung

LH Haider: Arbeitseinstieg für 12.000 Jugendliche ermöglicht -Kürzung der AMS-Bundesmittel für 2004 muss ausgeglichen werden

Klagenfurt (LPD) - Kärnten zählt im Bereich der Lehrlings- und Jugendbeschäftigung zu den "Spitzenbundesländern" Österreichs. Das betonten heute, Dienstag, Landeshauptmann Jörg Haider und der stellvertretende Landesgeschäftsführer des Arbeitsmarktservice (AMS) Kärnten, Franz Zewell, in einer Pressekonferenz in Klagenfurt. Insgesamt hätten das Land Kärnten und das AMS Kärnten seit November 2002 mit einem Aufwand von 11 Mio. Euro über 12.000 Jugendlichen den Arbeitseinstieg ermöglicht, rund 3.000 befänden sich derzeit in Schulungen, strich Haider den großen Erfolg der gemeinsamen Initiative hervor. Um diese gute Entwicklung fortzusetzen, dürfe allerdings das AMS-Budget für Kärnten nicht wie vorgesehen um 18 Prozent gekürzt werden, kritisierte Haider.

Derzeit sei vorgesehen, das Kärntner AMS-Budget von 51 Mio. Euro auf 42 Mio. zu senken, was besagtes Minus von 18 Prozent bedeuten würde, erklärte Zewell. Die Verteilung der Bundesmittel erfolge nach Arbeitsmarktkriterien, weshalb ein Rückgang der Arbeitslosigkeit automatisch weniger Geld für das entsprechende Bundesland bedeute. Mehr Mittel seien aber auch für 2004 nötig, um die gute Entwicklung des Kärntner Arbeitsmarktes aufrechtzuerhalten. Der Landeshauptmann sprach sich daher vehement gegen eine Budgetkürzung in diesem Umfang aus und sagte, dass er sich in dieser Angelegenheit bereits an die Bundesregierung gewendet habe. Laut Zewell wolle auch das AMS Kärnten zusätzliche Gelder bei seiner Bundesgeschäftsstelle lukrieren. Er erwarte sich, dass die Budgetkürzung dadurch von den geplanten 18 Prozent auf rund 13 gesenkt werde.

Für 2003 könne der Kärntner Arbeitsmarkt in jedem Fall mit einer ausgezeichneten Bilanz aufwarten, meinte Haider. Auch in den Herbstmonaten sei die Beschäftigung steigend, während die Arbeitslosigkeit sinke. Neben Oberösterreich sei Kärnten das einzige Bundesland mit solch guter Entwicklung. Derzeit gebe es in Kärnten 469 Lehrstellensuchende, denen 363 offene Lehrstellen gegenüberstünden. Im Oktober d.J. sei hier die Zahl der Lehrstellensuchenden um 1,7 Prozent im Vergleich zum Oktober 2002 zurückgegangen, während es österreichweit einen Anstieg von 26 Prozent gegeben habe. Offene Lehrstellen seien gleichzeitig in Kärnten um 15,1 Prozent gestiegen, im Bundesschnitt allerdings um 11,2 Prozent zurückgegangen. Gute Erfolge verzeichne weiters die Lehrstellenbörse des Landes (www.lehrstellenboerse.ksn.at), die derzeit 136 Lehrstellensuchende und 147 offene Stellen liste.

Als Erfolgssäulen des Kärntner Programms nannte der Landeshauptmann u.a. Bewerbungsbriefings und Berufsberatungen für Schüler und das neue Berufsschulkonzept, das auf modernen Kompetenzzentren basiere. Das Land investiere viel in die Ausbildung hochwertiger Fachkräfte, so Haider, der auch die überbetriebliche Lehrwerkstätte ELMONT in St. Andrä als "Vorzeigeprojekt" für Österreich nannte. Stärker konzentrieren wolle man sich außerdem auf die Vermittlung von "Problemkindern" zwischen 19 und 25 Jahren. Hier gehe es besonders um jene Jugendlichen, die ihre Ausbildung oder ihr Studium abgebrochen haben, oder "den Boden unter den Füßen verloren haben", sagte der Landeshauptmann. Dafür werde es vom Bund auch zusätzlich Geld geben. Laut Zewell könne man mit fünf Mio. Euro rechnen, wenn das AMS mit dem Land eine entsprechende Vereinbarung treffe und das Land sich ebenfalls finanziell beteilige.

Mehr Verantwortung für die Ausbildung erwarten sich Haider und Zewell auch von Seiten der Wirtschaft, an die sie appellierten, mehr Facharbeiternachwuchs auszubilden. Betriebe, die Lehrlinge ausbilden, sollten gegenüber solchen, die keine ausbilden stärker begünstigt werden, betonte Haider. Firmen ohne Lehrlinge sollten daher Abgaben in einen Ausbildungsfonds leisten oder eine Ausbildungsentschädigung bei Übernahme eines ausgelernten Facharbeiters zahlen.

Zewell kündigte außerdem an, dass es künftig mehr Programme für Langzeitarbeitslose geben werde. Wichtig seien hierbei vor allem Schulungen, bei denen das AMS Kärnten zur Zeit einen Anstieg von 34 Prozent verzeichne. Besonders Jugendliche und Ältere würden von den Schulungen profitieren, die zu einer Senkung der Arbeitslosigkeit um ein Prozent beigetragen hätten.

Die Lehrstellenbörse des Landes stellte der Geschäftsführer des Feldkirchner Unternehmens RSE, Sandro Ebner vor. Insgesamt 85 Jugendliche, im Schnitt 1,5 pro Tag, seien über diese Online-Börse bereits vermittelt worden, so Ebner, der den "unbürokratischen" Zugriff auf die Börse hervorhob. Der Bürokauffrau-Lehrling Manuela und der KFZ-Mechaniker-Lehrling Marin berichteten über ihre positiven Erfahrungen mit der Lehrstellenbörse und lobten vor allem ihre einfache Bedienung, die eine direkte Bewerbung bei den Unternehmen ermögliche.
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