Peter Marboe hält Abschiedsrede im Wiener Gemeinderat

Appell für europäische Kulturpolitik und den Abbau von Vorurteilen

Wien (VP-Klub) In seiner Abschiedsrede im Wiener Gemeinderat ließ der ehemalige VP-Kulturstadtrat Peter Marboe die Weiterentwicklung der Kulturstadt Wien in den letzten sieben Jahren Revue passieren. "Kulturpolitik muss immer Weiterentwicklung heißen, kann und darf niemals abgeschlossen sein", betonte Marboe. Er wies auf die nach wie vor große Bedeutung der Aufarbeitung der NS-"Gottesfinsternis" hin, ebenso wie auf die Wichtigkeit der Heimholung der Nachlässe von im Exil verstorbenen Österreichern und -innen, wie es etwa mit dem Arnold-Schönberg-Center gelang. Als wichtige Schritte in seiner Amtszeit hob Marboe die Restitutionsregelung und das Holocaust-Mahnmal auf dem Judenplatz hervor.

Als große Aufgaben für die zukünftige Kulturpolitik bezeichnete er den Europäischen Kulturdialog, die Arbeit für das neue Friedenseuropa und den Kampf gegen Antisemitismus und Ausländerfeindlichkeit. Als Handlungsanleitung für die Kulturpolitik formulierte Marboe, dass "die Politik der Kunst dienen müsse und nicht umgekehrt". Die Herausforderung der Kulturpolitiker und -innen sei es, auch in Zukunft dafür Sorge zu tragen, dass Wien "die Stadt bleibt, in der die Träume der Künstler und -innen und Kulturschaffenden verwirklicht werden können."

Der zukünftige Intendant des Wiener Mozartjahres 2006 wies auf die Bedeutung der Musik als "Lingua franca" Europas hin, warnte vor der "Flüchtigkeit des Events" und der Ablenkungsindustrie, der die Besinnung auf das Bleibende entgegengesetzt werden müsse. Für das Mozartjahr 2006 verspricht Marboe "nicht ein unreflektiertes Mozart-Jubel- und Marketingjahr sondern, mit Hilfe Mozarts, ein ernsthaftes Nachdenken über Gegenwart und Zukunft." Abschließend wies Marboe auf die gesellschaftliche Relevanz des Kulturerlebens hin, denn "mit Kultur ist immer der Abbau von Vorurteilen verbunden und dadurch wird unsere Gesellschaft menschlicher und weniger gleichgültig." (Schluss)

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