Königsberger-Ludwig zum "Internationalen Tag der Beseitigung von Gewalt"

Notmaßnahmen alleine sind zu wenig!

Wien (SK) "Es ist erfreulich, dass Prävention in der Sicherheitsvorsorge eine immer größere Rolle spielt! Wie an den Zahlen der Wegweisungen und Betretungsverbote bei häuslicher Gewalt abzulesen ist, gab es zuletzt 3.944 solcher Fälle also 14 Prozent mehr als im Vorjahr und auch die Anzahl der Streitschlichtungen im häuslichen Bereich ist von 6.833 auf 7.391 gestiegen. Hier sind wir auf dem richtigen Weg". Diese Zahlen nannte SPÖ-Abgeordnete Ulrike Königsberger-Ludwig Dienstag anlässlich des Internationalen Tages der Beseitigung von Gewalt gegen Frauen. ****

"Auch die Netze der Nothilfen funktionieren vieler Orts: Bei uns in Amstetten erfüllt das vor drei Jahren eröffnete Kinderschutzzentrum, das auf Hilfe bei Gewalt und sexuellem Missbrauch spezialisiert ist, diesbezüglich eine wichtige Funktion. In diesem Jahr wurden hier bereits 121 Erstkontakte verzeichnet, in den Jahren davor lagen die Zahlen ähnlich hoch. Auch im Frauenhaus Amstetten wird geholfen: Im heurigen Jahr boten die Mitarbeiterinnen bereits 34 Frauen mit 23 Kindern ihre professionelle Hilfe an. Wegweisungen sind im Bezirk eher selten, in den meisten Fällen wird eine Streitschlichtung angestrebt. Hilfe für die Betroffenen ist in jedem Fall wichtig und oft der letzte Ausweg", so die Abgeordnete.

Die Zahlen zur Gewalt innerhalb von Familien zeigen nämlich, dass die Gewaltbereitschaft in unserer Gesellschaft keineswegs abnehme, und dass Frauen und Kinder in einem erschreckend hohen Ausmaß zu den Opfern zählen, stellt Königsberger-Ludwig fest. "Wir sind hier noch sehr weit von einer Wende entfernt. Im vergangenen Jahr ereigneten sich 24 Prozent aller strafbaren Handlungen gegen Leib und Leben innerhalb der Familie. Im Jahr davor waren es nur 17,5 Prozent. Das zeigt uns, dass wir noch viel stärker auf bewusstseinsbildende Maßnahmen setzen müssen. Ich denke hier vor allem an die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen und an Maßnahmen, die von der Medienerziehung bis zur Schulung im Umgang mit Konflikten reichen. Geeignete Programme zur Mediation und Konfliktregelung in Schulen und in der Jugendarbeit existieren bereits. Ich appelliere an alle Verantwortlichen - in den Schulen, in den Kommunen - diese Programme zu forcieren, bekannt zu machen und öffentlich zu unterstützen! Wichtig ist meiner Meinung nach auch, vor allem die Frauen zu stärken, indem man ihnen die Schuldgefühle nimmt und ihr Selbstvertrauen stärkt; denn es gibt keinen Grund für Gewalt in der Familie - niemand hat sich die 'Schläge' verdient", so Königsberger-Ludwig abschließend. (Schluss) ns/mp/mm

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