Unterreiner: Wiener FPÖ lehnt Kulturbudget 2004 ab!

Wien, 2003-11-25 (fpd) – „Die Wiener FPÖ lehnt den Kulturbudgetentwurf der Wiener SPÖ-Stadtregierung für das Jahr 2004 ab“, betonte heute die Kultursprecherin der Wiener Freiheitlichen, LAbg. Mag. Heidemarie Unterreiner. ****

Am Beginn des Debattenbeitrages ging Unterreiner auf die Bestellung des ehemaligen ÖVP-Kulturstadtrates Peter Marboe zum Intendanten für das Mozartjahr 2006 ein. „Kulturpolitik in Wien war unter sozialistischer Verantwortung gekennzeichnet von der engen Verzahnung zwischen Parteipolitik und Kultur. Diese Politik wurde von Marboe ohne Risse und Brüche weitergeführt. Marboe ist jahrelang mit seiner Schwerpunktaussage „weniger Politik in die Kultur“ hausieren gegangen. Mit der aktuellen Bestellung Marboes geht die fleischgewordene Politik in die Kultur, womit sich seine Aussage zum Treppenwitz der Rathausgeschichte entwickelt“, betonte Unterreiner.

Die FP-Kultursprecherin verwies in diesem Zusammenhang auf die bitteren Erfahrungen, die man mit Intendantenbestellungen unter der Verantwortung von SP-Kulturstadtrat Andreas Mailath-Pokorny gemacht habe. „Der Rabenhof ist mit seinem Intendanten in ein finanzielles Debakel geschlittert, die Tradition des Theaters in der Josefstadt ist gebrochen, das Haus wurde zu einer schrillen Theatermaschine und der Erfolg ist ausgeblieben. Ein Theater soll jedenfalls kein Tummelplatz für Maulhelden sein, den Intendant soll politische Unabhängigkeit kennzeichnen. Wichtig ist es, ein Gespür für das Haus zu haben und auf die Bedürfnisse des Publikums Rücksicht zu nehmen“. Der große Schwerpunkt der Freiheitlichen sei es, die kulturelle Identität zu erhalten und bewahren, wozu auch die Achtung der eigenen Kultur, Sitten und Bräuche gehöre. „Stolz auf die eigene Kultur zu sein ist das Rückrat zur Bewältigung von Zukunftsaufgaben“, betonte Unterreiner.

Schwere Versäumnisse ortet Unterreiner bei der Musikerziehung in Wien. Seit Jahren machen die Freiheitlichen auf diese Defizite aufmerksam. Während es in Niederösterreich über 45.000 Musikschüler gibt, sind es in Wien lediglich knapp 5.000. Auch bei den Musikschul-Hauptanstalten hinkt Wien nach – Niederösterreich 168, Wien nur 17. „Diese Thematik wird von der zuständigen Stadträtin Grete Laska nicht diskutiert und verkommt zum Randthema. Wir verlangen daher einen eigenen Unterausschuss, wo dem Thema Musikschulen die gebührende Bedeutung zukommen soll“.

Weiters forderte die FP-Kultursprecherin vierteljährliche Berichte der Vereinigten Bühnen Wiens (VBW) an den Kulturausschuss, um Kontrolle und Transparenz zu gewährleisten sowie mehr Budget für die Bezirksmuseen. Ebenfalls solle man „Mozart in Schönbrunn“ wieder aufleben lassen. Die Freiheitlichen fordern zu diesem Zweck eine Machbarkeitsstudie für ein Gartentheater.

Abschließend übte Unterreiner heftige Kritik an der Verleihung der Ehrenmedaille der Bundeshauptstadt Wien in Gold für Hermann Nitsch. Dieser transportiere in seinen Werken blasphemische Gefühle und Gedanken und argumentiere mit der „künstlerischen Freiheit“. „Kirchliche Vertreter wie Kardinal Schönborn und Bischof Kappelari vertreten die Meinung, dass mit dem Argument der Freiheit der Kunst nicht die Menschenwürde verletzt und die religiöse Symbolik missbraucht werden darf. Wir wollen das Sprachrohr für diejenigen Menschen sein, die sich dieser Meinung anschließen“. (Schluss) lb

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