Haubner: Gewalt gegen Frauen: Enttabuisieren und helfen

Ein neuer Weg der Gewaltprävention: Täterarbeit

BMSG/Wien: In Österreich leben über 2.280.000 Familien mit Kindern, die ihre Beziehung überwiegend gewaltfrei gestalten. Dennoch sind nach Schätzungen der Polizei jährlich bis zu 300 000 Frauen von familiärer Gewalt betroffen, die überwiegend von Männern ausgeübt wird. Untersuchungen belegen auch, dass bei sexueller Gewalt 20-30% der Täter und Täterinnen aus der Familie und ca. 50 % aus dem sozialen Umfeld kommen. Nur ca. 20% sind Fremde.

Internationale und nationale Untersuchungsergebnisse machen deutlich, dass behandelte Täter und Täterinnen generell ein geringeres Rückfallsrisiko aufweisen als nicht behandelte. "Wenn man also Opfer langfristig schützen und neue Opfer verhindern will, muss man mit den Tätern und Täterinnen an der Veränderung ihres Verhaltens und ihrer Einstellungen arbeiten", so Staatssekretärin Ursula Haubner.

Das BMSG arbeitet erstmalig in Gruppenarbeit mit sexuell missbrauchenden Männern, begleitet vom Institut für Psychologie der Universität Wien. Damit habe man Grundlagen für die Gruppenarbeit mit Sexualtätern und für die Rückfallsdiagnostik geschaffen, die für ganz Österreich von Bedeutung sind und auch im angrenzenden Ausland auf Interesse stoßen.

"Wir haben international fortschrittliche Gewaltschutzgesetze, welche Frauen und deren Kinder, die von Gewalt betroffen sind, einen weitreichenden Schutz bieten und darüber hinaus die Möglichkeit, in der gewohnten Umgebung zu bleiben," so Haubner. Täter werden zur Verantwortung gezogen und mit Konsequenzen konfrontiert.

Mit der Plattform gegen die Gewalt in der Familie setzt das BMSG ein effektives Instrument für Präventions-, Sensibilisierungs- und Öffentlichkeitsarbeit in den Bereichen der "Psychischen, physischen und sexuellen Gewalt gegen Kinder", "Gewalt gegen Frauen", "Gewalt an/unter Jugendlichen", "Gewalt gegen ältere Menschen" und "Geschlechtsspezifischen Burschen- und Männerarbeit" ein. Kinderschutzzentren, Frauenberatungsstellen, Männerberatungsstellen, Jugendeinrichtungen, Seniorenverbände und andere Vereine in ganz Österreich arbeiten in der Plattform des BMSG auf dem Gebiet der Gewaltprävention und -intervention zusammen.

"Gewaltopfern muss man helfen, über Gewalt muss geredet werden, Gewalt muss bekämpft werden, vor allem aber muss Gewalt von vorne herein verhindert werden", ist Haubner überzeugt, die neben konkreter Hilfe in Anlaufstellen vor allem auf Prävention setzt.(Schluss)bxf

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