Jugendbeschäftigung: Leitl will Ausbildungsverbünde für KMU forcieren

Unternehmen haben heuer 800 Lehrverträge mehr abgeschlossen als im Vorjahr - 1.000 Euro Lehrlingsprämie und Bildungscluster zeigen Früchte

Wien (PWK831) - Die österreichischen Betriebe bilden derzeit rund 120.000 Jugendliche aus. Dies trage wesentlich dazu bei, dass Österreich EU-weit Platz eins bei der Jugendbeschäftigung belegt, betonte Bundeskanzler Wolfgang Schüssel heute, Montag, beim Dialog zur Jugendbeschäftigung. "Der Wirtschaft ist die Ausbildung und Beschäftigung von Jugendlichen ein wichtiges Anliegen. Dies zeigt beispielsweise die Einführung der 1.000 Euro Lehrausbildungsprämie, die auch schon positive Auswirkungen erzielte", erklärte der Präsident der Wirtschaftskammer Österreich, Christoph Leitl. "Bis Ende Oktober wurden heuer über 800 Lehrverträge mehr abgeschlossen als im Vorjahreszeitraum."

Zur weiteren Verbesserung und Sicherung der betrieblichen Ausbildung schlug Leitl neue Formen des Zusammenwirkens und der Lehrausbildung vor. So sollen vor allem kleinere und spezialisierte Betriebe in gemeinsamen freiwilligen Ausbildungsverbünden die Möglichkeit haben, ihren Anforderungen entsprechende Lehrausbildungen zu schaffen und durchzuführen. Gemeinsam mit dem neuen Lehrlingsbeauftragten der Bundesregierung, Egon Blum, sollen auch verstärkt "soft skills" in die Lehrpläne von Lehrlingsausbildungen eingearbeitet werden, so Leitl. "Neue Berufsgruppen, Berufslevel sollen entstehen, wo der schulische Bereich beispielsweise für ‚schulscheue‘ Jugendliche adaptiert wird, um die Lehrausbildung auf noch breiterer Ebene attraktiv zu machen", beschrieb Egon Blum die Zielrichtung.

In Richtung Attraktivierung und Modernisierung gehe auch die Modularisierung der Lehre und die integrative Berufsausbildung, an der vom Wirtschafts- und Arbeitsministerium gemeinsam mit der WKÖ gearbeitet wird. Bundesminister Martin Bartenstein strich den hohen Beitrag der Sozialpartner dabei hervor und dankte der Wirtschaft für die hohe Anzahl (+1,8 %) der heuer abgeschlossenen Lehrverträge.

Auch im Hinblick auf die EU-Erweiterung komme der Ausbildung in Österreich eine zentrale Rolle zu, machte Präsident Leitl aufmerksam. "Den Kostenwettbewerb können wir mit den Erweiterungsländern nicht gewinnen, aber den Qualitätswettbewerb, in dem Aus- und Weiterbildung sowie life long learning eine große Rolle spielen." Deshalb wurde von der WKÖ gemeinsam mit dem Bildungsministerium ein "Bildungscluster" gegründet, der bereits positive Auswirkungen zeigt und weiter intensiviert und speziell im Bereich Berufs- und Bildungsinformation tätig werden soll. Denn wesentlich für mehr Jugendbeschäftigung sei auch eine entscheidende Verbesserung bei der Berufswahl, zeigte sich Leitl überzeugt. Er plädierte für eine offenes Ausbildungssystem, wo zwischen beruflicher Ausbildung und höheren Schulen bzw. Matura entsprechende Übergänge flächendeckend in ganz Österreich hergestellt werden sollen. So könne auch dem Sozialprestige entgegengewirkt werden, das der Lehre noch immer nicht jenes positive Image zuerkennt, wie sie es verdienen würde und viele Eltern noch immer davon abhält, ihre Kinder zu einer Lehre zu bewegen. (Ne)

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