ÖGJ: Ausbildungsplätze schaffen statt Zahlen diskutieren

Gewerkschaftsjugend fordert Ausbildungsfonds

Wien (ÖGJ/ÖGB). "Es ist zwar wichtig, dass auch die Bundesregierung das Problem der arbeitslosen und Lehrstellen suchenden Jugendlichen endlich sieht. Aber es hilft niemandem, immer wieder die gleichen Zahlen zu besprechen, anstatt etwas Konkretes für die Jugendlichen zu tun", fordert der Vorsitzende der Österreichischen Gewerkschaftsjugend (ÖGJ), Jürgen Eder, anlässlich des "Dialogs zur Jugendbeschäftigung" heute, Montag, in Wien.++++

Tatsache ist, dass in Österreich insgesamt 52.418 15- bis 25-Jährige auf der Suche nach einem Arbeits- oder Ausbildungsplatz sind. 39.137 waren Ende Oktober offiziell arbeitslos gemeldet, dazu kommen noch 9.692 Lehrstellen Suchende sowie 3.589, die in Lehrgängen untergebracht sind. "Angesichts dieser Zahlen müssen es die Betroffenen als Verhöhnung betrachten, wenn Regierungspolitiker wiederholt die im Europa-Vergleich niedrigen Jugend-Arbeitslosenquoten in Österreich rühmen", sagt Eder.

"Österreich braucht dringend einen Ausbildungsfonds zur Umverteilung innerhalb der Wirtschaft: Auch nicht ausbildende Unternehmen sollen künftig an den Kosten der betrieblichen Berufsausbildung beteiligt werden", fordert Eder. Die Ernennung von Egon Blum zum Lehrlingsbeauftragten der Bundesregierung sei ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung, dem aber konkrete Maßnahmen erst folgen müssten. Denn dem vielgepriesenen "Vorarlberger Modell", für das Blum steht, verweigern die Regierung und große Teile der Wirtschaft die Umsetzung.

"Ganz Österreich profitiert von der guten Berufsausbildung in Österreich. Die Chance auf eine Zukunft mit Arbeit dürfen wir auch jenen Jugendlichen nicht vorenthalten, die bisher noch keine Lehrstelle gefunden haben", erklärt der ÖGJ-Vorsitzende abschließend. (fk)

ÖGB, 24. November 2003
Nr. 982

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