Rauch-Kallat: Gewalt gegen Frauen inakzeptabel - Politik und Gesellschaft sind gefordert diese mit allen Mitteln zu beseitigen

Frauenministerium unterstützt diverse Beratungseinrichtungen gegen Gewalt an Frauen mit knapp 4 Millionen Euro.

Wien (OTS) - "Der internationale Tag für die Beseitigung der
Gewalt gegen Frauen ist Anlass Bilanz zu ziehen, aber auch unmissverständlich klar zu machen, dass Gewalt gegen Frauen inakzeptabel ist und sowohl Gesellschaft als auch Politik aufgefordert sind, mit allen Mitteln auch präventiv gegen jede Form von Gewalt einzutreten", sagte heute, Montag, Frauenministerin Maria Rauch-Kallat anlässlich des morgigen internationalen Tags für die Beseitigung der Gewalt gegen Frauen. Nach wissenschaftlichen Schätzungen sei jede 5. Frau in Österreich von Gewalt in ihrem familiären Nahraum betroffen oder bedroht, "daher ist die Gewaltprävention im häuslichen Bereich besonders wichtig. Wir haben mit dem Gewaltschutzgesetz international vorbildliche Regelungen für einen raschen und effizienten Schutz der Opfer von Gewalt in der häuslichen Sphäre geschaffen. Die Förderung und Unterstützung von Einrichtungen, die gegen Gewalt an Frauen eintreten, ist einer der Schwerpunkte in der Frauenarbeit. Trotz der notwendigen Konsolidierung unseres Budgets ist es gelungen diese, verstärkt zu fördern, insgesamt mit knapp 4 Millionen Euro für das Jahr 2003", betonte Rauch-Kallat.

Seit dem Jahr 2001 gäbe es in jedem Bundesland eine Interventionsstelle, die gemeinsam mit Hilfe der Exekutive aktiv an Gewaltopfer herantritt. "Das wesentliche dabei ist, dass die sogenannten IST-Stellen von sich aus tätig werden, da sie die Meldung von der Exekutive bekommen. Die Arbeit für Gewalt gegen Frauen liegt mir besonders am Herzen, deshalb besuche ich jede IST-Stelle und erkundige mich persönlich über den Erfolg der Hilfeleistungen und die noch notwendigen Maßnahmen die gesetzt werden müssen", betonte Rauch-Kallat. Im Jahr 2001 seien diese IST-Stellen mit 1,25 Millionen Euro gefördert worden, im Jahr 2003 bereits mit 1,46 Millionen Euro und im Jahr 2004 werde auf 1,6 Millionen Euro aufgestockt.

Eine Schlüsselrolle in der Beseitigung von Gewalt an Frauen komme auch allen niederschwelligen, professionell arbeitenden Fraueneinrichtungen zu, die Frauen und ihren Kindern in Gewaltsituationen Hilfe und Unterstützung anbiete. Frauenhäuser, Frauenberatungsstellen, Notrufe für vergewaltigte Frauen und die bundesweite, Tag und Nacht besetzte Frauenhelpline betreue und unterstütze Frauen kostenlos in dieser schwierigen, oft auch gefährlichen Situation. Diese Frauenservicestellen, Notrufzentralen und autonome Frauenhäuser, werden vom Frauenministerium mit rund 2,4 Millionen Euro gefördert. Auch die Schulung von Mitarbeiterinnen von Fraueneinrichtungen sei für die qualitätsvolle Betreuung von Opfern entscheidend. Das Frauenministerium finanziere, aber nicht nur Schulungen, sondern auch die Ausbildung von Trainerinnen als Multiplikatorinnen und berufsübergreifende (interdisziplinäre) Seminare.

Ein weiterer wichtiger Punkt sei die vollständige Information, insbesondere über die Rechte und Beratungs- und Unterstützungsnagebote für misshandelte Frauen. Die diesen Bedarf umfassend abdeckende Informationsbroschüre "Frauen haben Recht(e)" werde daher auch in Zukunft kostenlos Beratungseinrichtungen, aber selbstverständlich auch von Gewalt betroffenen Frauen, von der Frauenministerin zur Verfügung gestellt werden. "Auch auf gesetzlicher Ebene sind entscheidende Schritte bei der Gewaltprävention und beim Opferschutz durch das Gewaltschutzgesetz und Reformen im Straf- und Strafprozessrecht erfolgt, dennoch sind auch die gesetzlichen Regelungen immer wieder weiter zu evaluieren und zu entwickeln", sagte Rauch-Kallat.

So werde Anfang 2004 eine Reform des Gewaltschutzgesetzes in Kraft treten, mit der der Schutz von Frauen neuerlich erweitert wird, die Regierungsvorlage einer Strafrechtsreform liege bereits zur Beschlussfassung im Parlament, damit gebe es weitere Verbesserungen für gewaltbetroffene Frauen. So werde unter anderem die Privilegierung von Vergewaltigung in der Ehe aufgehoben und ein Tatbestand "sexuelle Belästigung" geschaffen. "Mit diesen Regelungen wird ein weiteres gesellschaftliches Signal gesetzt, dass die physische, psychische und sexuelle Integrität der Frau zu wahren ist und Übergriffe - von wem auch immer - strafrechtlich zu sanktionieren sind", bilanziert die Frauenministerin abschließend.

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