Zwei Filme über Behinderte, die ein nicht behindertes Leben führen

Interspot und ORF präsentieren zwei Filme von Helene Maimann

Wien (OTS) - Zwei Dokumentationen von Helene Maimann wurden heute, Montag im Haas-Haus in Wien von Interspot Film und ORF präsentiert. Die Filme "Ich atme und lache, singe und weine" sowie "Marcos wunderbare Welt" zeigen am 10. bzw. 8. Dezember in ORF 2 die hohen Kompetenzen von Menschen mit Behinderungen. Bei der Präsentation konnte Produzent Mag. Rudolf Klingohr von der Interspot Film mit Marco Blumenreich, Sandra Marcovic, Dorothea Broszek und Christian Polster auch einige Protagonisten der Filme begrüßen.

"Das Besondere an dieser Dokumentation ist die Annäherung an das Thema: Weit weg von der Mitleidsperspektive aufzuzeigen, welch kraftvolle Persönlichkeiten da mit ihrem sehr speziellen Leben umgehen, indem sie Begabungen und Fähigkeiten entwickeln, für die wir sie bewundern", sagt ORF-Hauptabteilungsleiterin Dr. Gisela Hopfmüller zu "Ich atme und lache, singe und weine". "Auf diese Art gelingt es dem Film eine positive Stimmung zu erzeugen, die Mut macht. Und zwar denen, die sich die Protagonisten als Vorbild nehmen wollen. Und auch denen, die als Außenstehende Beziehung zu einer oft verdrängten Problematik finden."

ORF-Landesdirektorin Dr. Brigitte Wolf zu "Marcos wunderbare Welt" -eine Koproduktion von Interspot Film und ORF-Landesstudio Wien: "Uns ging es in dem Film vor allem darum, zu zeigen, welche unglaublichen Fähigkeiten Menschen mit Behinderungen besitzen. Sie haben diese Fähigkeiten nicht trotz ihrer Behinderung, sondern entwickeln ihr Können mit ihrer Behinderung. Behinderte Menschen sind - wie dieser Film zeigt - ganze Menschen, die ihr eigenes Leben leben und ihre Kompetenzen entwickeln wollen. Von uns brauchen sie dazu Unterstützung, Akzeptanz und Respekt. Mit unserem Film möchten wir behinderten Menschen diesen Respekt bezeugen."

Kein Filmprojekt hat Dr. Helene Maimann bisher so nachhaltig beschäftigt: "So verschieden diese jungen Frauen und Männer auch sind - eines ist ihnen allen gemeinsam: Sie brauchen weder Mitleid noch Wohlwollen, sondern Akzeptanz und Unterstützung. Was sie wirklich behindert, sind die Barrieren, die wir ihnen entgegenstellen und die in unserem Kopf beginnen. Ich habe in diesem letzten halben Jahr sehr viel gelernt, am meisten Respekt vor der Fähigkeit des Menschen, sich über die Grenzen seines Körpers und Geistes hinaus emporzuschwingen und seinen Weg zu gehen, wenn ihm dieser nicht verstellt wird. Und da macht es keinen Unterschied, wie Marco sagt, ob man sehen kann oder nicht."

"Ich atme und lache, singe und weine": "Eine andere Sandra bin ich durch die Erblindung nicht geworden."

"Eine andere Sandra bin ich durch die Erblindung nicht geworden", sagt die 23-jährige Sandra Marcovic. "Ich atme und lache, singe und weine wie früher und bin die Gleiche geblieben." Die blonde Studentin, die durch eine schwere Diabetes vor drei Jahren innerhalb weniger Tage völlig erblindete, ist eine auffallende Erscheinung, wenn sie mit ihrem Stock durch Wien wandert. Sie will "alles machen können" in ihrem Leben, "aber auch wirklich alles". Und sie ist fest entschlossen, sich ihre Mobilität weitestgehend zurückzuholen. "Ich atme und lache, singe und weine", ein Film von Helene Maimann, steht am Mittwoch, dem 10. Dezember, um 23.15 Uhr in der Reihe "DOKUmente" auf dem Programm von ORF 2. Die Dokumentation ist eine Koproduktion von Interspot Film und ORF.
Im Film "Ich atme und lache, singe und weine" porträtiert Helene Maimann junge Menschen, die mit ihren jeweiligen Behinderungen große Kompetenzen entwickelt haben und voll Lebensfreude und Engagement ihren Weg gehen. Sie wollen kein Mitleid, sondern selbstbestimmt leben wie alle anderen auch. Es sind faszinierende junge Leute, und sie haben ihre Fähigkeiten gegen zähe Widerstände durchsetzen müssen.

"Marcos wunderbare Welt": "Es ist gut so, wie es ist, weil ich eben kein Reparaturfall bin"

Marco Blumenreich ist 32, Masseur und Therapeut, ein freundlicher junger Mann, der viele Freunde hat und gerne für sie kocht. Als seine Lieblingssportarten nennt er unter andern Segeln, Windsurfen, Ski-und Radfahren. Alles ganz normal also. Nur: Marco ist seit seiner Geburt blind. Das merkt man ihm aber nicht an. Er bewegt sich völlig frei und sicher, ohne Stock, ohne Zögern durch die Welt. Helene Maimann porträtiert diesen außergewöhnlichen Menschen in "Marcos wunderbare Welt" am Montag, dem 8. Dezember (Mariä Empfängnis), um 17.05 Uhr in ORF 2. Die Dokumentation entstand als Koproduktion von Interspot Film und ORF-Landesstudio Wien.
"Es ist gut so, wie es ist, weil ich eben kein Reparaturfall bin", sagt er. Demnächst wird Marco seinen Gewerbeschein machen und gemeinsam mit Ärzten und Psychotherapeuten eine Gruppenpraxis eröffnen. "Meine Welt ist wunderbar, weil sie trotz meiner Blindheit vollständig ist", sagt er. "Es fehlt ihr an nichts."

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