FSG-Jugend: Sehen schwarz für Österreichs Jugendliche

Vorsitzender Lindner zur schwarz-blauen Bilanz ein Jahr nach der Nationalratswahl

Wien (FSG). "Die Vertreter der jungen ÖVP sind vielleicht jung -für eine Politik im Sinne der österreichischen Jugendlichen sehe ich aber schwarz", erklärt der Vorsitzende der FSG-Jugend, Mario Lindner, anlässlich der Erklärungen der "Jungen Schwarzen" ein Jahr nach der Nationalratswahl. "Wir haben seit langem die meisten arbeits- und lehrstellenlosen Jugendlichen, wir haben eine Pensionsreform, die die Altersversorgung der Jugendlichen ernsthaft gefährdet. Aber mitentscheiden darf die Jugend nicht, denn die Regierungsparteien verweigern nach wie vor das Wahlrecht für unter 16-Jährige", präzisiert Lindner seine Vorwürfe. ++++

Ende Oktober waren 39.137 unter 25-Jährige arbeitslos gemeldet. Mit den 9.692 Lehrstellen Suchenden und den 3.589 LehrgangsteilnehmerInnen sind das insgesamt 52.418, die weder einen Job noch einen Ausbildungsbetrieb gefunden haben. "Seit die Bundesregierung 2000 angetreten ist, ist die Zahl der arbeitslosen Jugendlichen somit auf ein trauriges Rekordniveau gestiegen", rechnet Lindner der jungen ÖVP vor: "Wie können die jungen Schwarzen da von erfolgreicher Jugendpolitik reden?" Die Bestellung von Egon Blum zum Jugendbeschäftigungs-Beauftragten sei zwar begrüßenswert, aber nicht ausreichend: "Blum steht für den freiwilligen Lastenausgleich zwischen ausbildenden und nicht ausbildenden Unternehmen in der Vorarlberger Metallindustrie - ein Konzept, das die ÖVP-dominierte Wirtschaft auf Bundesebene noch immer ablehnt", kritisiert Lindner.

"Stattdessen nimmt die Bundesregierung den Jugendlichen auch noch die Sicherheit einer garantierten Altersversorgung", erinnert Lindner daran, dass auch die Vorsitzende der jungen ÖVP, Silvia Fuhrmann, im Parlament für die schwarz-blauen Pensionskürzungen gestimmt hat, die vor allem die heute unter 35-Jährigen treffen.

"Das alles sind Maßnahmen, gegen die sich die Jugendlichen nicht einmal wehren können, weil sie nicht wählen dürfen", begründet Lindner das Eintreten der FSG-Jugend für eine Wahlrechtsreform. "Alle über 16-Jährigen sollen wählen dürfen - und das auf allen Ebenen -Gemeinden, Länder, Bund und bei Europawahlen. Aber vor den Auswirkungen einer solchen Gerechtigkeitsoffensive scheinen sich die Regierungsparteien zu fürchten, weil sie selbst wissen, dass sie jugendfeindliche Politik machen."

Der FSG-Jugendvorsitzende findet jedoch auch positives an der Regierungsarbeit des vergangenen Jahres: den Vier-Parteien-Beschluss zur Einführung einer integrativen Berufsausbildung vom heurigen Juli. "Die Sozialpartner haben in langen Verhandlungen den wesentlichen Grundstein geschaffen. Gerade die Möglichkeit des Berufschulbesuches ist ein wesentlicher Bestandteil der Integration. Jetzt liegt es an der Wirtschaft den Jugendlichen auch eine Chance auf Ausbildung zu ermöglichen", so Mario Lindner abschließend. (fk)

FSG, 24. November 2003
Nr. 090

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