Prammer zum Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen: Keine Toleranz gegenüber jeder Form von Gewalt!

Wien (SK) "Keine Toleranz gegenüber jeder Form von Gewalt in der Familie" forderte SPÖ-Bundesfrauenvorsitzende Barbara Prammer am Vortag zum Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen. "Gewalt, Genitalverstümmelung und Frauenhandel sind Themen, die unter den Nägeln brennen. Darüber reden hilft, ist allein aber zu wenig. Deshalb ist die Regierung gefordert", betonte Prammer, die Montage gegenüber dem Pressedienst der SPÖ darauf hinwies, dass die Regierung in den letzten Jahren in vielen Bereichen säumig war. Die SPÖ-Bundesfrauen setzen auf Bewusstseinsarbeit, auf gesetzliche Regelungen und internationale Aktivitäten. ****

"Gewalt gegen Frauen und Kinder ist kein Kavaliersdelikt, sondern ein gesellschaftliches Problem, das alle angeht. Auch wenn mittlerweile wohl unumstritten ist, dass Gewalt 'in den eigenen vier Wänden' keine Privatsache ist, muss noch eine Menge an Bewusstseinsarbeit geleistet werden", betonte Prammer. Die Dunkelziffer ist gerade im Bereich der familiären Gewalt sehr hoch. Nach Schätzungen der Polizei werden in Österreich jährlich bis zu 300.000 Frauen und mindestens 100.000 Kinder in ihren Familien körperlich misshandelt.

Präventionsstellen und Gewaltschutzeinrichtungen, forderte Prammer daher, müssen finanziell abgesichert sein, die Interventionsstellen gegen Gewalt ausgebaut werden. "Und: Da es einen nachweisbaren Zusammenhang zwischen der sozialen Situation und Gewalt gibt, ist eine qualifizierte Ausbildung
und gut bezahlte Arbeitsplätze für Frauen ein wichtiger Bestandteil der Gewaltprävention", so Prammer. "Erst durch wirtschaftliche Unabhängigkeit ist es Frauen möglich, sich aus der Gewaltspirale zu befreien."

Die wohl krasseste und schrecklichste Form von Gewalt an Frauen und Mädchen ist die Genitalverstümmelung. Diese extreme Art der Körperverletzung ist nicht nur ein Problem der afrikanischen Länder. In Europa wird die Zahl der Opfer auf 60.000 geschätzt. Die SPÖ-Bundesfrauen haben erreicht, dass im Jahr 2001 ein Gesetz beschlossen wurde, das das Verbot von
Genitalverstümmelung im österreichischen Strafrecht
verankert. "Als nächsten Schritt wollen wir erreichen, dass Genitalverstümmelung als Asylgrund anerkannt wird", erläuterte Prammer.

Ein Thema, das leider aktueller denn je zuvor ist, ist der "moderne Sklavenhandel", der Frauenhandel. Die SPÖ-Bundesfrauen wollen hier Betroffenheit erzeugen und Lösungsansätze präsentieren. So müsse sich die Regierung verstärkt darum bemühen, ein internationales Netz gegen Händlerringe und Kinderpornographie aufzubauen. Nur in länderübergreifender Zusammenarbeit zwischen Polizei-, Justiz, Einwanderungs- und Sozialbehörden könne diesem relativ neuen Gewaltphänomen wirksam begegnet werden, ist Prammer überzeugt. Dazu sei eine Vereinheitlichung und Vereinfachung des internationalen Strafrechts notwendig. "Außerdem muss Frauen, die gegen Schlepper aussagen, ein befristeter legaler
Aufenthalt per Gesetz gewährt werden" unterstrich Prammer. Sehr positiv beurteilen die SPÖ-Bundesfrauen, dass das EU-Förderprogramm zur Bekämpfung von Gewalt gegen Kinder, Jugendliche und Frauen, DAPHNE, finanziell besser ausgestattet werden soll.

Solidarität bekundeten die SPÖ-Frauen auch gegenüber den Frauen von Cuidad Juarez, einer Stadt in Mexico. Seit 1993 wurden dort über 300 Frauen ermordet, "aufs Furchtbarste abgeschlachtet", betonte Prammer. Die Frauen stammen aus den Armenvierteln, oft Arbeiterinnen. Die aufgefundenen Leichen weisen Spuren sexueller Folter, Verstümmelung auf, und Menschenrechtsorganisationen gehen davon aus, dass es sich um satanische Rituale handeln könnte, Organ-Handel, die Produktion von Snuff-Videos oder Orgien in Zusammenhang mit Drogen oder Drogenhändlern. Den Behörden wird vorgeworfen, reichlich wenig bis gar nichts in dieser Sache zu unternehmen. Es bestehe der Verdacht, dass Polizei und einflussreiche Persönlichkeiten in das Geschäft mit der Gewalt verwickelt sind. "Schweigen über die Verbrechen bedeutet Komplizenschaft", betonte Prammer. Die SPÖ-Frauen werden die mexikanische Botschaft in dieser Angelegenheit kontaktieren und um eine Sachverhaltsdarstellung ersuchen. (Schluss) up

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