AK: Stromversorgung muss in Österreich gesichert sein!

Fertigstellung der 380-kV-Leitung und neue Kraftwerke wichtig für sichere Versorgung - Bauvorhaben sichern Wirtschaftsstandort und schaffen Jobs

Wien (AK) - Steigender Stromverbrauch um jährlich 1,6 Prozent,
aber rückläufige Investitionen der E-Wirtschaft in Stromnetze seit der Strommarktöffnung, warnt AK-Direktor Werner Muhm: Die Stromversorgung sei in Zukunft gefährdet, wenn nicht genügend und sichere Stromnetze vorhanden seien. Daher muss die E-Wirtschaft investieren: Der Lückenschluss der 380-kV-Leitung vom Südburgenland in die Steiermark sowie der Bau neuer Kraftwerke sind für eine sichere Stromversorgung wichtig, sagt Muhm. Die AK fordert, dass Wirtschaftsminister Bartenstein rasch die nötigen Voraussetzungen für die Bauvorhaben schafft, damit den Wirtschaftsstandort sichert und für mehr Beschäftigung sorgt.

Stromausfälle, wie zuletzt in den USA, der Schweiz und Italien, dürfen in Österreich nicht passieren, sagt Muhm. Seit Oktober 2001 können Konsumenten ihren Stromanbieter frei wählen. Aber seit Beginn der stufenweisen Liberalisierung des Strommarktes im Jahr 1996 investiert die E-Wirtschaft weniger in die Stromnetze. Daher muss jetzt etwas getan werden, um einen gesicherten Stromtransport zu garantieren, betont der AK-Direktor. Der Lückenschluss der 380-kV-Leitung vom Südburgenland ins steirische Kainachtal sei zur Verstärkung der Nord-Süd-Stromverbindung dringend nötig. Die derzeitigen 220-kV-Netze sind zu schwach für den steigenden Stromverbrauch - plus 1,6 Prozent mehr im Jahr, daher sind neue Kapazitäten nötig.

Wirtschaftsminister Bartenstein muss den Lückenschluss der 380-kV-Leitung vorantreiben, um einen gesicherten Stromtransport in den Süden Österreichs zu garantieren. Darüber hinaus müssen neue Kraftwerke für die Stromversorgungssicherheit gebaut werden, da es Pläne gibt, in den nächsten Jahren Kraftwerke zu schließen (die Braunkohlekraftwerke Voitsberg und St. Andrä). Denn der Stromverbrauch wird bis 2014 um knapp 20 Prozent ansteigen. Durch die Fertigstellung der 380-kV-Stromleitung und den Bau von Kraftwerken wird der Wirtschaftstandort Österreich gestärkt, die Bauwirtschaft angekurbelt und Arbeitsplätze geschaffen und gesichert, so Muhm.

Die Energie-Binnenmarkt-Richtlinie, die bis Mitte nächsten Jahres in Österreich umgesetzt werden soll, schreibt das sogenannte "Unbundling" vor, die Entflechtung der Verteilnetze von Erzeugung und Vertrieb. Die AK verlangt, dass in Österreich die Entflechtung moderat umgesetzt wird und nicht strenger und nicht schneller, als es die EU vorschreibt. Die Entflechtung müsste nämlich erst bis 2007 erfolgen.
Als warnendes Beispiel nennt die AK Schweden, wo die Stromversorgung ausgefallen ist, weil die Richtlinie zu streng umgesetzt wurde und folglich Kraftwerks- und Netzbetreiber nicht zusammenspielten. Das könnte dann in Österreich auch drohen.

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