"trend": Bio-Skandal im Ernte-Verband

13.000 Tonnen konventionell angebautes Getreide wurde als Bio-Ware verkauft

Wien (OTS) - Ein neuer Futtermittelskandal erschüttert derzeit
den größten österreichischen Bio-Bauernverband, Bio-Ernte-Austria. Wie das Wirtschaftsmagazin "trend" in der seiner am Dienstag erscheinenden Ausgabe berichtet, kam die staatlich zertifizierte Kontrollstelle ABG (Austria Bio Garantie) einem Waldviertler Getreidehändler auf die Spur, der in den Jahren 2000 und 2001 13.000 Tonnen konventionelles Futtermittelgetreide über verschiedene Zwischenhändler als Bio-Ware verkaufte - das sind rund zehn Prozent des gesamten österreichischen Verbrauchs in diesem Zeitraum.
Als einer der Zwischenhändler fungierte nach den ersten Ermittlungsergebnissen der bereits eingeschalteten Kriminalpolizei auch die Vertriebsfirma des Ernteverbandes, die Ökoland GesmbH - die zentrale Drehscheibe für die Vermittlung von Bioware in Österreich -muss Ernte-Verbandsobmann Johannes Tomics zugeben: "Wir müssen leider auch prüfen, ob der Betrugsfall nicht auch Verflechtungen in unseren eigenen Reihen hat." Wobei Tomics vorerst davon ausgeht, "dass auch unsere Ökoland-GesmbH getäuscht wurde."
Weil dies aber bereits der vierte und mengenmäßig größte Bio-Schwindel innerhalb kurzer Zeit im Umfeld bzw. direkt innerhalb der Ernte-Tochter Ökoland GmbH ist - nach Unregelmäßigkeiten bei Kartoffeln, Fleisch und Gerste - verlangen insbesondere die Bundesländer Kärnten und Steiermark im Bio-Bauernverband härtere Konsequenzen. Bisher allerdings erfolglos.
Politisch brisant ist die Affaire, weil Ernte-Verbandsobmann Tomic derzeit den Zusammenschluss aller österreichischen Bio-Verbände vorbereitet. SPÖ-Agrarsprecher Heinz Gradwohl: "Wir finden es unakzeptabel, dass mit einer erschreckenden Regelmäßigkeit Verbandsvertreter Monate und Jahre nach kriminellen Vorkommnissen die Betroffenen durch Herunterspielen beruhigen wollen und dabei Biobetriebe und Konsumenten animieren, einfach zu Tagesordnung überzugehen".

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