"trend": Estag-Aufsichtsratchef Ditz prüft Fusion Steweag/Steg

Neo-Estag-Aufsichtsratchef Johannes Ditz lässt die vorjährige Fusion der Energieversorger Steweag und Steg prüfen.

Wien (OTS) - Der unter dem Codenamen "Südpol" im Jahr 2002 durchgeführte Zusammenschluss der beiden steirischen Energieversorger Steweag und Steg steht erneut auf dem Prüfstand, berichtet das Wirtschaftsmagain "trend" in seiner am Dienstag erscheinenden Ausgabe. Bei der Abgabe der Steg- und Steweag-Kraftwerke an die Verbundtochter Austrian Hydro Power (AHP) und Abspaltung des Stromvertriebs wurden Vermögenswerte in den Bilanzen beider Gesellschaften rückwirkend aufgewertet. Nur durch diesen Deal konnte die Muttergesellschaft der Steweag, die Energieholding Estag, in der Bilanz 2002 120 Millionen Euro zusätzliches Eigenkapital lukrieren. Eine äußerst willkommene Aufwertung für den steirischen Eigentümervertreter und Wirtschaftslandesrat Herbert Paierl, der unverändert zusätzliche Anteile an der Estag verkaufen will und nun auf eine überproportionalen Eigenkapitalquote von 44,6 Prozent hinweist.
In der Verbundgesellschaft, die durch diesen Deal damals in Summe 264,6 Millionen Euro an so genanntem "Umgründungsmehrwert" für ihre Tochter AHP gewann, mehren sich nun Zweifel an dieser Aufwertung. In der heurigen Bilanz könnten gar Teile davon wieder rückgängig gemacht werden, "da die Bewertungsregeln dabei bis an die äußerste Grenze ausgereizt wurden", zitiert "trend" einen an der Fusion beteiligten Manager.
Die Bilanzgestaltung der Estag beim Projekt "Südpol" ist umso brisanter, als der vor kurzem in den dortigen Vorstand gewechselte steirische Tourismuslandesrat Gerhard Hirschmann der Estag eine Reihe von Verfehlungen in der Vergangenheit vorwarf. Unter anderem auch die nachlässige bilanzielle Darstellungen eines drohenden Verlustes aus einem Energie-Contracting-Projekt zwischen Steweag und der Voest-Donawitz in der Höhe von 40 Millionen Euro.
Hirschmanns Aufdeckungen hatten indirekt bereits den Rücktritt von vier Estag-Aufsichtsräten, und das Engagement von Ditz zur Folge. Zwei Prüfungen sollen nun die Relevanz der weiteren Vorwürfe klären, darunter auch das Projekt Südpol, bestätigt Wirtschaftslandesrat Herbert Paierl: "Ich bin mir keiner Schuld bewusst. Als Eigentümer muss ich davon ausgehen, dass die mir vorgelegten, geprüften Bilanzen okay sind. Aber das werden ja nun die Sonderprüfungen herausfinden müssen".

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