"Neues Volksblatt" Kommentar: "Schade!" (Von Walter Salzmann)

Ausgabe vom 21. November 2003

Linz (OTS) - =

Als genialer Schachzug ist es vor den letzten
Nationalratswahlen allgemein bezeichnet worden, dass es Bundeskanzler Schüssel gelungen ist, Karl Heinz Grasser ins Boot der ÖVP zu hieven. Erstklassige Fachkenntnisse und ebenso erstklassige Beliebtheitswerte des Finanzministers haben jedenfalls mit zum Wahltriumph der ÖVP beigetragen.
Heute, ein Jahr nach den Wahlen, steht der Finanzminister nicht nur wegen seiner Budget- oder Steuerpolitik in den Schlagzeilen. Das hat vorrangig damit zu tun, dass es das erklärte Ziel der Opposition ist, Grasser zu Fall zu bringen, um damit auch das Image Schüssels als Macher zu beschädigen. Die Reihe von angeblichen Skandalen und angeblichen Skandälchen, mit denen Grasser im Laufe dieses einen Jahres konfrontiert worden ist, lässt sich jedenfalls sehen.
Auch die aktuelle Frage, ob Grasser in Bezug auf EU-Vorgänge seiner Informationspflicht gegenüber dem Parlament nachgekommen ist oder nicht, wird das Hohe Haus und die Öffentlichkeit vermutlich noch länger beschäftigen. Schade, dass Grassers exzellente Arbeit als Finanzminister immer wieder in den Hintergrund gedrängt wird.

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