Marchegg: Grüne NÖ gegen "Marchfeldautobahn"

Fasan: "Ja zur Brücke, nein zur Autobahn: Vorrang für Schiene, Radfahrer- und Fußgänger"

St. Pölten (Grüne) - Zum heutigen Spatenstich von LH Erwin Pröll zur Sanierung der Brückenpfeiler bei Marchegg gibt es eine ernste Mahnung der Grünen. LAbg. Martin Fasan: "Die Schiene, der Fußgänger-und Radfahrerverkehr müssen auf dieser Brücke unbedingt Vorrang haben, sonst droht eine LKW - Lawine ungeahnten Ausmaßes".

Alles andere wäre nach Ansicht der Grünen eine Missachtung des bestehenden Landesverkehrskonzeptes. Denn die jetzt ins Spiel gebrachte "Marchfeldautobahn" ist weder im Landesverkehrskonzept noch im Generalverkehrsplan enthalten. Fasan: "Ich sage absichtlich ‚Autobahn'. Denn der von der Landesregierung verwendete Begriff ‚Schnellstraße' ist eine reine Verharmlosung. Schon bei der S 1 (B 301 - Wiener Südrandstraße) und bei der S 6 ("Semmeringschnellstraße") wurde dieser Trick angewendet. Dabei haben diese Routen dieselben Ausmaße wie die West- oder die Wiener Außenringautobahn.

Erschwerend kommt dazu, dass sich die Landesregierung offenbar bemüht, diese "Marchfeldautobahn" in der Bundesstraßenverwaltung unterzubringen. Da seit April 2002 der Bund aber nur mehr für die mautpflichtigen Autobahnprojekte zuständig ist, kann man sich leicht ausmalen, was hier geplant ist: eine raschere Verbindung von der slowakischen Autobahn Brünn - Bratislava nach Wien. Damit wird hier eine Schleuse für den gesamten LKW - Transit von Warschau nach Mailand, von Lettland nach Slowenien, von Krakau nach Zagreb eröffnet. Für die Grünen ist dies eine absolut unverständliche Politik. Denn noch vor nicht einmal 2 Jahren hat man sich um die "Verländerung" der Bundesstraßen förmlich gerissen und jetzt will man die eigenen Gigantomanie - Projekte dem Bund zur Bezahlung "zurückgeben"

"Landeshauptmann Dr. Pröll hat erreicht, dass die Schienenverbindung Wien - Bratislava in die "transeuropäischen Netze (TEN) aufgenommen wird und daher aus EU - Mitteln gefördert werden kann. Daher soll der heutige Spatenstich der Startschuss für die Schaffung einer leistungsfähigen Schienenverbindung in die neuen EU -Mitgliedsländer sein, um endlich den Straßengütertransit wirksam bekämpfen zu können. Ein Autobahnbau würde allen Bemühungen um eine Verlagerung des Güterverkehrs auf die Schiene zunichte machen", so Fasan abschließend.

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