Ö-Konvent: Hearing der Jugend verkommt zur Farce

Jugendvertretung protestiert mit Fessel-Aktion gegen Bevormundung

Wien (OTS) - Christoph Riedl, Vorsitzender der Bundesjugendvertretung ist empört: "Wir wurden einfach übergangen, nicht einmal eingeladen. Der Österreich-Konvent will die gesetzliche Interessenvertretung der Jugendlichen in Österreich auch weiterhin draußen halten."

Zehn Jugendorganisationen wurden vom Österreich-Konvent eingeladen zu sprechen, fast alle werden diese Einladung nicht wahrnehmen, sondern lassen sich lieber vor dem Parlament fesseln. Aus Protest und Solidarität. Weil die Bundesjugendvertretung dreißig weitere Kinder-und Jugendorganisationen vertritt, die durch die Einladungspolitik des Österreich-Konvent keine Stimme haben. "Eine reine Formsache", heißt es im Büro des Österreich-Konvents. "Ein Formalakt?! Die Bevormundung der Jugend in Österreich muss endlich ein Ende haben. Wir lassen uns nicht vorschreiben wie wir uns zu präsentieren haben", betont Riedl.

Ö-Konvent schaltet auf stur: BJV unerwünscht

Dabei sah es anfangs noch gut aus. Der im Oktober aus Protest gestartete Jugendkonvent war ein voller Erfolg. Vertreter/innen von vierzig Kinder- und Jugendorganisationen diskutierten mit Politiker/innen Vorschläge für eine neue Verfassung. Dann die mündliche Zusagen, dass die BJV bei einem Hearing ihre Positionen dem Österreich-Konvent präsentieren könne. Das Hearing gibt es auch, eingeladen sind verschiedenste NGOs, Vertreter/innen von Frauen- und Seniorenorganisationen, amnesty international und andere. Nur die BJV nicht.

~ Missachtung des Status der BJV als Sozialpartner in Sachen Jugend ~

"Als Sozialpartner und gesetzliche Interessenvertretung der Jugendlichen in Österreich müsste die Bundesjugendvertretung eigentlich auf der anderen Seite sitzen, sprich einen Sitz im Konvent selbst haben. Jetzt wurden wir nicht einmal zu dem Hearing eingeladen. Wir fühlen uns auf gut wienerisch "gepflanzt". Wenn der Österreich-Konvent die Meinung der österreichischen Kinder- und Jugendorganisationen hören möchte, stehen wir natürlich gerne zur Verfügung", bringt Riedl die Situation auf den Punkt. Die BJV würde sich sehr über eine Einladung freuen, ihre Positionen für eine neue Verfassung zu präsentieren. "Ein kleiner Schritt für den Österreich-Konvent, ein großer für die Partizipation junger Menschen in diesem Land. Denn nicht über sondern mit der Jugend reden, und ihre Anliegen wahrnehmen, heißt sie auch ernst nehmen", so Riedl abschließend.

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