Flemming: EU-Parlament spricht sich offen für Produktion von Embryonen für Forschung aus

Österreichische Europaparlamentarier geschlossen gegen Horrorvision

Straßburg, 20. November 2003 (ÖVP-PK) "Zu meinem großen Bedauern hat sich das Europäische Parlament gestern mit 298 zu 214 Stimmen bei 21 Stimmenthaltungen auch für die Produktion neuer Embryonen für die Forschung ausgesprochen. Damit ist der ursprüngliche, und von mir ebenso abgelehnte Kommissionsvorschlag gefallen, den Gebrauch und damit die Tötung von Embryonen für die Forschung insofern einzuschränken, als nur jene Embryonen benützt werden sollten, die vor dem 27.6.2002 produziert und eingefroren wurden", sagte heute, Donnerstag, die ÖVP-Europaabgeordnete Dr. Marilies Flemming. "Die Mehrheit des Parlaments hat sich mit 291 zu 235 Stimmen für den Gebrauch neu zu produzierender Embryonen im Frühstadium ausgesprochen", kritisierte Flemming. ****

"Vor allem in den USA werden Frauen sehr wohl dafür bezahlt, ihre Embryonen zur Verfügung zu stellen. Es ist mehr als nur naiv zu glauben, dass so etwas in Europa nicht der Fall sein wird", betonte Flemming. Darüber werde man wohl kaum hinter jeden Forscher einen Polizisten stellen, der kontrollieren soll, ob die Versuche der Wissenschaftler tatsächlich nur an einem 14 Tage alten Embryo stattfinden oder dieser Embryo nicht bereits 16, 20 oder gar 40 Tage alt sei. "Da auch die Forschung an abgetriebenen Kindern finanziert werden darf, muss wohl auch hier erwartet werden, dass die Einwilligung der Mütter zur Forschung an ihren Kindern - ebenso wie in Amerika - bezahlt werden wird", ist Flemming entsetzt.

"Frauen als Produzenten für Ersatzteillager der Wissenschaft:
Diese Horrorvision ist durch die gestrige Abstimmung nicht mehr ins Reich der Fantasie zu verbannen. Ein geringer Trost ist dabei, dass alle österreichischen Europaabgeordneten, auch jene der Freiheitlichen, der SPÖ und der Grünen gegen diese Ausweitung des Kommissionsvorschlages gestimmt haben", sagte Flemming abschließend.

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