PRÖLL: GUTES ZEUGNIS FÜR DIE QUALITÄT DER ÖSTERREICHISCHEN

Rückläufige Trends bei den Nitratwerten - Erstmals auch österreichweite Ergebnisse aus dem Wasserhahn zu Hause

Wien (OTS) Neueste Ergebnisse des österreichischen Überwachungsprogramms „Wassergüte in Österreich“ bestätigen im Jahresbericht 2002 für den überwiegenden Teil des Bundesgebietes hervorragende Wasserqualität. Die erfreuliche Trendentwicklung seit 1996 zu niedrigeren Nitratwerten setzt sich insgesamt weiter fort. Ähnliches gilt auch für die Pestizidwirkstoffe Atrazin und Desethylatrazin, wobei deren Trend besonders stark rückläufig ist. Ergänzend zu der Wassergüte-Erhebung liegen heuer zudem erstmals österreichweite Ergebnisse aus dem Wasserhahn zu Hause vor. Die „AQA - Aqua Quality Austria“ hat dies gemeinsam mit „ARC Seibersdorf research“ im Jahr des Wassers 2003 erstmals ermöglicht und liefert damit wichtige Ergebnisse über die Trinkwasserqualität beim Endverbraucher. Die Ergebnisse zeigen die Bedeutung der „Last Mile“ – der Armaturen und Hausleitungen für die Qualität, die beim Konsumenten ankommt. Dies erklärte Umweltminister Josef Pröll in einer gemeinsamen Pressekonferenz mit AQA und ARC Seibersdorf research. ****

GUTE QUALITÄT DES GRUNDWASSERS

Insgesamt stellt der Wassergüte-Bericht den österreichischen Quell-, Grund- und Fließgewässern ein positives Zeugnis aus. Er zeigt detailliert die Methodik und Qualität des Monitorings auf und ist auf größtmögliche Transparenz bei den Erhebungsergebnissen bedacht. Die Sonderauswertungen zeigen das Bemühen, die Untersuchungsmethoden auf wissenschaftlicher Basis weiter zu verfeinern, etwa bei den dokumentierten Sedimentuntersuchen in Fließgewässern. Gleichzeitig sollen mögliche Probleme rechtzeitig erkannt werden wie beispielsweise durch das Sondermessprogramm „Benzinzusatzstoffe im Wasser“ oder des herbiziden Wirkstoffs „Glyphosate“.

Die langen Testreihen und das insgesamt mit rund 2000 beobachteten Grundwassermessstellen dichte Monitoringnetz lassen insbesondere auch beim Problembereich Nitrat fundierte Ergebnisse zu. Bundesweit liegen ca. 87% aller gemessenen Nitratwerte unter dem Schwellenwert von 45 mg/l der Grundwasser-schwellenwertverordnung. 1996 waren es erst 80 Prozent, 1998 schon 84 Prozent. Im Gegenzug nahmen die Schwellenwertüberschreitungen in den vergangenen Jahren ab. 1996 lagen sie bei 20 Prozent, 1998 bei 15,9 Prozent, bis 2002 sind sie weiter auf 13,7 Prozent zurückgegangen. Somit setzt sich die erfreuliche Trendentwicklung seit 1996 zu niedrigeren Nitratwerten insgesamt weiter fort. Ähnliches gilt auch für die Pestizidwirkstoffe Atrazin und Desethylatrazin (Grenzwert: 0,1µg/l), wobei deren Trend besonders stark rückläufig ist.

Die Ursachen der positiven Entwicklung sind vielfältig. Jedenfalls macht sich die grundwasserschonende Landbewirtschaftung insbesondere im Rahmen des agrarischen Umweltprogramms ÖPUL bezahlt, weiters die Erhöhung des Anschlussgrades an die Kanalisation und nicht zu unterschätzen die generelle Sensibilisierung im Umgang mit dem Lebensmittel „Wasser“.

Nach den Kriterien der Grundwasserschwellenwertverordnung sind von den 149 zusammenhängenden Grundwassergebieten mit einer Gesamtfläche von 12.699 km2 lediglich sechs als „Beobachtungsgebiete“ (Gesamtfläche:1.691 km2 ) und sieben als voraussichtliche „Maßnahmengebiete“ (Gesamtfläche: 2014 km2) für Nitrat einzustufen. Für Atrazin werden sechs „Beobachtungsgebiete“ und für Desethylatrazin sieben „Beobachtungsgebiete“ und sechs „Maßnahmengebiete“ ausgewiesen. Aber auch für diese zusammenhängenden Grundwassergebiete kann erfreulicher Weise über die letzten Jahre eine leichte, aber dennoch stetige Abnahme festgestellt werden.

Insgesamt zeigen die vorliegenden Ergebnisse für den Untersuchungszeitraum von 1999 bis 2000, dass bei den weiteren bis zu 100 untersuchten Einzelsubstanzen die vorgegebenen Grenzwerte deutlich unterschritten werden.

WEITER STEIGENDE QUALITÄT DER FLIESSGEWÄSSER

Die Ergebnisse der chemischen Untersuchungen an den 242 bundesweit verteilten Messstellen an Fließgewässern sind in der Regel zufriedenstellend. An einzelnen Messstellen sind mitunter erhöhte Nährstoff- und z. T. Pestizidwerte festgestellt worden. Von besonderem Interesse ist vor allem aber die Entwicklung der biologischen Gewässergüte, welche zeigt, dass 88 Prozent der untersuchten Messstellender biologischen Güteklasse II oder besser entsprechen. 1997 bis 1999 lag dieser Wert noch bei 86 Prozent. Damit kann auch bei den Fließgewässern eine weitere Verbesserung der Wasserqualität bestätigt werden.

Dennoch ist eine Fortführung des Monitorings ganz wesentlich für den guten Zustand unserer Wasserreserven. Die regelmäßige Überprüfung deckt Problembereiche auf und ist Ausgangspunkt für die Suche nach Ursachen und deren Beseitigung. Das zentrale Ziel ist es, bestehende Belastungen sukzessive zu reduzieren, um die in der Wasserrechts-gesetznovelle 2003 geforderten Umweltziele (guter Zustand) für alle Grundwasserkörper und Oberflächenwasserkörper zu erreichen. Die Maßnahmen zu einer grundwasserschonenden Landbewirtschaftung werden jedenfalls mit Nachdruck weiter verfolgt, alle Verbesserungsmöglichkeiten werden ausgeschöpft.

Nähere Daten zum Jahresbericht 2002- Wassergüte in Österreich sind auf der Homepage des Lebensministeriums unter www.lebensministerium.at/wasser/publikationen abrufbar.

ERSTMALS ÖSTERREICHWEITE ERGEBNISSE AUS DEM WASSERHAHN ZU HAUSE -5.000 HAUSHALTE TESTEN IHR WASSER

Der erste umfassende österreichweite Trinkwassertest ist erfolgreich über die Bühne gegangen. Die Ergebnisse werden heute erstmals vorgestellt. Dieser Test wurde von der österreichischen Wasseragentur AQA - Aqua Quality Austria gemeinsam mit dem größten heimischen Forschungsunternehmen ARC Seibersdorf research entwickelt und österreichweit 4 Monate lang in allen dm drogeriemarkt-Filialen angeboten. Der Fokus lag dabei nicht auf den Wasserversorgern, sondern beim Endkunden. Überprüft wurde das Wasser, das in den Haushalten tatsächlich aus den Leitungen rinnt und konsumiert wird. Ergebnis: die österreichische Bevölkerung wird mit guter Wasserqualität versorgt soweit es die öffentliche Wasserversorgung betrifft, Problembereiche sind Armaturen und Hausleitungen – die entscheidende "Last Mile" sowie private Hausbrunnen und Entnahmestellen, erläuterten die Experten von AQA und ARC Seibersdorf.

Österreich hat schon immer viel für seine Wasserqualität getan -Quellschutz, Wassergüteüberprüfungen etc. haben hierzulande große Bedeutung. Über diejenigen Bereiche, die hauptsächlich in der Eigenverantwortung des Einzelnen liegen, war bisher jedoch wenig bekannt. Dazu zählen zum Beispiel Eigenwasserversorgungsanlagen, Armaturen und Hausleitungen im Haushalt. Aber auch Wasserenthärtungsanlagen können einen entscheidenden Einfluß auf das Trinkwasser, das wir dann auch tatsächlich zu Hause konsumieren, haben.

AQA – Aqua Quality Austria, die österreichische Wasseragentur, hat gemeinsam mit dem führenden Forschungsunternehmen ARC Seibersdorf research einen universell einsetzbaren Trinkwassertest für den Konsumenten entwickelt, der einfach und kundenfreundlich funktioniert und zugleich eine große Aussagekraft hat. Dieser Wassertest ist ein Beitrag zur Bewußtseinsbildung für das "Lebens–Mittel" Trinkwasser - speziell hinsichtlich der sogenannten "Last Mile" - der Armaturen und der Hausleitungen. Österreichs führende Drogeriemarktkette "dm drogerie markt" adaptierte im Rahmen des diesjährigen Wasserschwerpunkts zum "Jahr des Wassers 2003" diesen Wassertest für das österreichweite Filialnetz und führte im Zeitraum von Mai bis August 2003 den größten Trinkwassertest Österreichs durch. Erstmals konnten dm-Kunden einen Wassertest erwerben und die Probenahme unkompliziert selbst durchführen, und das Ergebnis des umfassenden Tests wiederum in der Filiale abholen. Damit leistete das Unternehmen als offizieller Partner der Initiative "Wasserleben" des Lebebensministeriums seinen Beitrag zur Bewußtseinsbildung hinsichtlich der Wichtigkeit des heimischen Trinkwassers.

In den Forschungslabors von ARC Seibersdorf research wurden insgesamt 20 chemisch/physikalische Parameter ausgewertet, die einerseits Aufschluss über für den menschlichen Organismus wichtige Mineralstoffe geben, aber auch umweltrelevante Stoffe (z.B.: Nitrat) und Schwermetalle (z.B.: Blei und Nickel) beinhalten. Nicht zu vergessen ist natürlich die exakte Auswertung der Wasserhärte.

Die Ergebnisse im Detail der von rund 5.000 österreichischen Haushalten eingesandten Proben:

- Armaturen:
Wesentlichste Erkenntnis ist der relativ starke Einfluß der Armaturen auf die Qualität des Trinkwassers. So spielen hier vor allem bei der Entnahme aus dem ersten Schwall Nickel und Zink österreichweit eine zentrale Rolle. Der gesetzliche Grenzwert bei Nickel wurde besispielsweise bei 4% aller entnommenen Proben überschritten. Dieser Anteil ist sicher noch zu erhöhen, wenn man bedenkt, dass nur 57% die Probe beim ersten Schwall sofort nach dem Aufdrehen des Wasserhahns genommen haben. Zum Teil wurden für Nickel sehr hohe Einzelwerte, die auf einen Einfluß von Armaturen zurückzuführen sind, nachgewiesen.

- Leitungen:
Das bekannte Thema Blei ist vor allem in den Städten mit alter Bausubstanz ein relevanter Parameter. Entsprechend dem ab 1.12.2003 gültigen Grenzwert sind österreichweit bei 7% aller Proben aus der öffentlichen Wasserversorgung Überschreitungen zu verzeichnen. Berücksichtigt man die Bundeshauptstadt Wien nicht, so liegt der österreichweite Durchschnitt wesentlich niedriger. Natürlich haben auch andere Leitungsmaterialien, deren Bestandteile aufgrund von Lösungsvorgängen ausgespült werden können, wie z.B.: Eisen, Zink und Kupfer Einfluss auf die Wasserqualität.

- Wasserenthärtungsanlagen:
Der Wassertest ergibt eine durchschnittliche Gesamthärte, die österreichweit im mittleren Härtebereich (7,3 – 14 dH°) liegt. In Gegenden mit zumeist hartem bis sehr hartem Wasser werden mitunter Wasserenthärtungsanlagen eingesetzt. Hier sind Probleme durch falsch eingestellte oder schlecht gewartete Anlagen aufgetreten. So wurden z.B.: ein Umkehreffekt mit dem Ergebnis von zu weichem Wasser erzielt oder der Indikatorwert für Natrium (durch den Betrieb von Ionentauschern) überschritten.

- Eigenversorgung:
Rund 1,1 - 1,2 Mio. Menschen beziehen Ihr Wasser aus Einzelwasserversorgungsanlagen, Hausbrunnen und dergleichen. Diese Anlagen stehen prinzipiell außerhalb der gesetzlichen Untersuchungspflicht. Der Wassertest zeigt hier deutliche Problembereiche bei Nitrat, Härte, Eisen und Mangan – in manchen Gegenden bei über 30% der getesteten Eigenversorgungsanlagen. Österreichweit lag der Schnitt bei ca. 12-13%.

Der Wassertest gibt über die Trinkwasserqualität nach der "Last Mile" Aufschluß - denn schließlich zählt, was jeder von uns tatsächlich trinkt. Ziel dieser Initiative ist es einen Beitrag zum Bewußtssein für das "Lebens – Mittel" Nr. 1 zu leisten und speziell im "Land des Wassers" ein höheres Verständnis und Wissen um dieses wertvolle Gut zu vermitteln.

Ansprechpartner:
AQA - DI Stephan Bruck, 01/9687318-200, fax -201, office@aqa.at
ARC Seibersdorf research - DI Monika Schönerklee, 050550-3425, fax-3452

(Schluss)

Rückfragen & Kontakt:

BM für Land- und Forstwirtschaft,
Umwelt u. Wasserwirtschaft
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Tel.: (++43-1) 71100 DW 6703

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