Technologieoffensive 2: Stärken ausbauen

Life Sciences, Creative Industries und die Informations- und Kommunikationstechnologien werden weiter forciert

Wien (OTS) - Mit dem Förderungsinstrument der Calls werden die Technologiestärkefelder der Wiener Wirtschaft ausgebaut. Dabei handelt es sich um die Bereiche Life Science (Biotechnologie und Pharmazie), Creative Industries und die Informations- und Kommunikationstechnologien. Mit den bisherigen Calls ist es gelungen, für die Entwicklung dieser Branchen kräftige Impulse zu setzen. Dieser erfolgreiche Weg wird auch im Jahr 2004 fortgesetzt.

Stärkefeld Life Science: Neuer Life Science Call startet im Februar 2004

Die Life Sciences gelten als eines der Stärkefelder am Technologiestandort Wien. Der mittlerweile bereits zweite Life Science Call startet schon im Februar 2004 und läuft unter dem Titel "Life Science Vienna 2004. Er steht allen Wiener Unternehmen in diesem Bereich ohne thematische Einschränkung offen, sofern sie Forschung und Entwicklung betreiben, zum Beispiel im Bereich Biotechnologie, Pharmazie, medizinischer Diagnostik, Medizintechnik, Bioinformatik oder Nanobiotechnologie.

Der Call wird in Kooperation mit der Arbeitsgemeinschaft Lifes Sciences Austria Vienna Region (LISA VR) durchgeführt. Das Förderungsvolumen beträgt insgesamt drei Millionen Euro, die maximale Förderhöhe pro Projekt eine Million Euro. Zusätzlich werden für die drei erstgereihten Projekte Preisgelder in der Höhe von 15.000, 10.000 und 5.000 Euro vergeben. Die Einreichfrist für die Projekte läuft von 20. bis 24. Februar 2004. Die Siegerprojekte werden Mitte Mai bekannt gegeben.

Für den Jury-Vorsitz konnte Univ-Doz. Dipl. Ing. Dr. Ingeborg Hochmair-Desoyer gewonnen werden. Ihre technisch-wirtschaftliche Kompetenz wurde durch die Verleihung zahlreicher Preise (Holzer-Preis/1979, Leonardo-da-Vinci-Preis/1980, Sandoz-Preis/1984, Exner-Medaille/1996) unterstrichen. Sie ist geschäftsführende Gesellschafterin der Medizintechnikfirma MED-EL GmbH und Mitglied des österreichischen Rates für Forschung und Technologieentwicklung.

Life Science: 25 neue Unternehmen seit 1999 gegründet

Seit 1999 wurden 35 Unternehmen gegründet, die gemeinsam weit über 300 Personen im Forschungs- und Entwicklungsbereich beschäftigen. Ein Großteil der einschlägigen universitären und außeruniversitären Forschungsinstitute, die neu gegründeten Unternehmen und die zahlreichen Niederlassungen internationaler Konzerne bilden eine ausgezeichnete Basis für die weitere Entwicklung.

"Die Innovationskraft der Wiener Betriebe in diesen Sektoren braucht auch den internationalen Vergleich nicht zu scheuen. Die Projekte zählen aus Expertensicht zur absoluten Spitzenklasse und bieten reale wirtschaftliche Verwertungsaussichten, von denen die Wiener Unternehmerinnen und Unternehmer wiederum profitieren können", weiß KR Nettig. "Der neue Wettbewerb komme daher genau zum richtigen Zeitpunkt, um das bereits vorhandene Potential optimal zu bündeln. Die gute Vernetzung in der Wiener Forschungsförderung zeigt sich nicht zuletzt auch darin, dass der Wiener Wissenschafts-, Forschungs-und Technologiefonds (WWTF) erst kürzlich eine Life Science-Ausschreibung auf wissenschaftlicher Ebene abgeschlossen und damit den Grundstein für weitere Projektentwicklungen gelegt hat".

Mit den Life Science Calls werden Forschungs- und Entwicklungsprojekte von Biotechnologieunternehmen gefördert, die sich zum Beispiel mit der Entwicklung von neuen Medikamenten oder speziellen Produkten zur Erkennung von Krankheiten beschäftigen. Schon beim ersten Life Science Call im Jahr 2002 haben zwei Drittel der in Wien ansässigen forschenden Biotechnologiefirmen teilgenommen. Acht Projekte wurden damals mit insgesamt drei Millionen Euro gefördert, wobei das Siegerprojekt von der FSG Austrianova GmbH stammte, einem jungen, innovativen Wiener Unternehmen, das Therapien zum punktgenauen Einsatz von Chemotherapeutika entwickelt hat.

Stärkefeld Creative Industries: 27 Projekte seit 2002 mit fast 2,5 Millionen Euro gefördert

Mit dem Schwerpunkt Creative Industries konzentriert sich die Stadt Wien auf ein zweites Stärkefeld und folgt damit unter anderem auch den Empfehlungen des WIFO, das in der Branche ein erhebliches Wertschöpfungs- und Beschäftigungspotential ortete. So sind laut WIFO-Daten in der Kreativwirtschaft heute bereits 50.000 bis 60.000 Menschen tätig.

Die Creative Industries Calls wenden sich an Kulturschaffende und Unternehmer, die kulturelle (oder kulturaffine) Produkte und Dienstleistungen mit ökonomischer Verwertbarkeit entwickeln. Wie hoch das Potential ist, beweist das große Interesse an diesen Förderungswettbewerben. So wurden bei den bisher durchgeführten beiden Creative Industries Calls 2002 und 2003 insgesamt 138 Projekte eingereicht. 27 davon wurden von der Jury als förderungswürdig eingestuft und mit fast 2,5 Millionen Euro unterstützt.

Sieger des Creativ Industries Call 2003 - Multimedia jetzt ermittelt

Der soeben abgeschlossene Call 2003 war dem Bereich Multimedia auch in Hinblick auf das Mozartjahr 2006 gewidmet. Von der Jury unter Vorsitz von Mag. Kathrin Zechner wurde das Projekt "Mozarts Magic Books" der Econ Datenverarbeitung GmbH auf Platz 1 gereiht. Mit Hilfe der Förderung von 134.588 Euro kann das Unternehmen nun mit dem Einsatz von Audio, Video, Sprache und 3D-Grafik eine Virtual Reality-Anwendung nach dem Prinzip der Aufklappbücher entwickeln. Die Komposition und der Aufbau von Musik - in diesem Fall für die Oper "Die Zauberflöte" - wird auf diese Art virtuell eindrucksvoll erlebbar gemacht.

Den Platz zwei in diesem Call belegte die Mediornet Multimedianetzwerk Entwicklung- und Produktions GmbH. Sie entwickelte eine Schnittstelle, die eine gemeinsame Plattform für verschiedene Signale (z. b: Audio, Video, Licht, Intercom, Steuerung) bietet, sodass die Geräte wesentlich leichter kombinierbar sind, als dies bisher der Fall war. Die ist vor allem für Musikproduktionsunternehmen und Veranstalter von Bedeutung. Auf Platz 3 findet sich ein Projekt der Surfmed GmbH. Sie hat ein Programm entwickelt, mit dem Diabetes-Patienten mit Hilfe einer Internet-basierten-Technologie laufenden Kontakt mit dem Arzt halten und Krankheitswerte online übertragen können.

Stärkefeld Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT)

Mit 8.000 Firmen ist Wien einer der größten Informations- und Kommunikationstechnologie-Standorte Europas. Beim heuer erstmals durchgeführten Call zur Förderung von Forschungs- und Entwicklungsprojekten im IKT-Bereich wurden 46 Projekte zu den Themen Daten- und Verkehrssicherheit eingereicht und von einer internationalen Jury begutachtet. Die von der Jury ausgewählten 15 besten Projekte haben insgesamt 2,75 Millionen Euro an Förderungsgeldern erhalten und werden derzeit umgesetzt. So zum Beispiel das Projekt der Ikarus Software GmbH (Platz 1 im IKT-Call 2002), die ein Viren-Frühwarnsystem entwickelt hat und so die Sicherheit im Internet steigert. Zwei weitere Preisträger aus dem Call 2002 sind die Frequentis Nachrichtentechnik Gmbh, deren Projekt Security Improvement for ATM gefördert wurde, sowie die IT Solution GmbH, die einen elektronischen Büro- und Geschäftsausweis entwickelt hat.

Neuer IKT Call 2004

Kräftige Impulse für die IKT-Branche werden auch vom neuen IKT-Call Vienna 2004 ausgehen, der für den Herbst 2004 geplant ist. Wiener IKT-Unternehmen können dann wieder ihre innovativen Forschungs- und Entwicklungsprojekte einreichen. Wie immer werden diese von einer internationalen Jury beurteilt und bei den besten Projekten die Personalkosten gefördert. Für den Call "Informations-und Kommunikationstechnologien Vienna 2004" werden zwei Millionen Euro zur Verfügung stehen. (Schluss) gaw

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