Brauner: Österreich braucht ein Psychoterror-Gesetz!

Wiener 24-Stunden-Frauennotruf thematisiert erstmals in Österreich Psychoterror im Rahmen einer Fach-Konferenz

Wien (OTS) - Anlässlich der heute, Donnerstag stattfindenden internationalen Psychoterror-Konferenz "Du wirst mir nicht entkommen..." forderte Frauenstadträtin Mag.a Renate Brauner von der Bundesregierung die Schaffung eines Psychoterror-Gesetzes. Psychoterror kenne viele Ausprägungen, aber in seiner gefährlichsten Form gehe es auch um Leben und Tod, sagte Brauner. Derzeit gebe es in Österreich eine Gesetzeslücke, während viele andere Länder bereits gesetzliche Regelungen gegen Psychoterror hätten, bestätigte auch Dr.in Karin Spacek, Leiterin des 24-Stunden-Frauennotrufes und Organisatorin der Konferenz. Die internationale Konferenz "Du wirst mir nicht entkommen..." brachte 11 ExpertInnen aus Wissenschaft und Justiz als Vortragende nach Wien. Über 350 Personen haben sich als TeilnehmerInnen angemeldet. ****

Mit der Konferenz soll erstmals in Österreich Psychoterror thematisiert und ein Bewusstsein für das Thema geschaffen werden. Ziel sei es auch, so Brauner, einen Prozess in Gang zu bringen und eine Lösung zu finden. Stalking oder Psychoterror beinhaltet Handlungen wie: Verfolgen, Abpassen und Warten vor dem Haus oder der Arbeitsstelle, Telefonterror, Zerstörung von Eigentum, schriftliche oder telefonische Drohungen, körperliche Übergriffe und manchmal leider auch Mord.

Gesetzliche Handhabe von Nöten

Brauner ortete dringenden Handlungsbedarf: "Psychoterror muss strafbar werden, damit die Opfer wirksam geschützt werden können." Den staatlichen Behörden müsse ein Instrument in die Hand gegeben werden, um gegen Täter vorgehen zu können. Es sei auch für PolizistInnen oft frustrierend, nichts gegen Psychoterror unternehmen zu können. Wie eine gesetzliche Regelung konkret aussehen solle, müsse nun der Gegenstand einer breiten gesellschaftlichen Diskussion sein. Wichtig sei, dass dabei ExpertInnen aus Justiz, Opfervertretungen und aus Facheinrichtungen für Gewaltschutz mit einbezogen würden. Brauner betonte, dass ein Psychoterror-Gesetz für alle betroffenen Gruppen, seien es prominente oder unbekannte Opfer, greifen müsse.

IFES-Studie gibt Überblick

Die Frauenstadträtin präsentierte anlässlich der Konferenz Zahlen aus einer aktuellen IFES-Studie (2003). So wurde ein Viertel der befragten Frauen schon einmal über einen längeren Zeitraum mit unerwünschten Telefonanrufen belästigt, 7 Prozent waren bereits mit Drohungen oder Einschüchterungen sowie mit der Beschädigung von persönlichem Eigentum konfrontiert und immerhin 6 Prozent wurde vor der Wohnung bzw. dem Arbeitsplatz aufgelauert. Bei der Befragung bestätigte sich auch eine internationale Tendenz wonach Opfer die Belästiger häufig kennen: Einem Drittel der Frauen war dabei die belästigende/drohende Person bekannt und davon waren es in den meisten Fällen (37 Prozent) die Ex-Partner, bei 23 Prozent ein flüchtiger Bekannter, bei 18 Prozent ein Nachbar und bei 7 Prozent ein Arbeitskollege Bei 44 Prozent der Betroffenen hatten diese Belästigungen/Bedrohungen Auswirkungen auf ihr Leben. (Schluss) hk

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