Vertragslos 3: Ärztekammer verlautbart Empfehlungstarife - Teil 3

An den WGKK-Tarifen orientiert - Konsultation des Arztes kostet zwischen 5 und 30 Euro - Zusätzlich eventueller Sonderleistungen

Wien (OTS) - In einem von der Wiener Ärztekammer herausgegebenen Handbuch sind für alle Leistungen, die bislang in Verträgen mit der WGKK geregelt waren, Empfehlungstarife aufgelistet. "Dabei haben wir uns ausschließlich an den Tarifen der Wiener Gebietskrankenkasse, wie sie bis zum 31. Dezember 2003 in Geltung sind, orientiert", so Ärztekammer-Vizepräsident Johannes Steinhart. Neue Leistungen wurden nicht in das Leistungsverzeichnis aufgenommen.****

Hier ein Auszug aus den Empfehlungstarifen der Ärztekammer:
Ordinationen (= Konsultation des Arztes) kosten zwischen 5 und 30 Euro, je nachdem, wie viel Aufwand damit verbunden ist; Nachtordinationen zwischen 20.00 und 7.00 Uhr außerhalb der jeweils üblichen Ordinationsdauer sind mit 35 Euro veranschlagt und Tagesvisiten mit 40 Euro. Für Tagesvisiten während der Ordinationszeit bei dringender Hilfeleistung werden 45 Euro veranschlagt, für fachärztliche Nachtvisiten zwischen 20.00 und 7.00 Uhr 60 Euro. Allgemeinmedizinische sowie fachärztliche Sonderleistungen werden je nach Aufwand zusätzlich verrechnet.

Patienten müssen die Rechnung bei der Wiener Gebietskrankenkasse einreichen. Die Kostenerstattung für eine private Honorarnote ist durch das ASVG allerdings mit 80 Prozent der sonst beim Vertragsarzt entstandenen Kosten begrenzt. Grundlage für die Kostenrückerstattung ist der vor Beginn der vertragslosen Zeit gültig gewesene Leistungstarif der WGKK laut Honorarordnung, also die vor 31. Dezember 2003 gültige Honorarordnung.

Der Kostenrückersatz für die Versicherten der Gebietskrankenkassen anderer Bundesländer richtet sich nach den Tarifen, die in diesen Bundesländern in den Gesamtverträgen vereinbart sind. Darum können die Versicherten auch nur bei ihrer eigenen Gebietskrankenkasse und nicht bei der Wiener Gebietskrankenkasse um Kostenrückersatz einreichen.

Allerdings hat die Krankenkasse die Möglichkeit, die Kostenersätze im vertragslosen Zustand nach Maßgabe der wirtschaftlichen Verhältnisse der Versicherten einseitig zu erhöhen. Sie sind also nicht an die 80 Prozent gebunden. Steinhart: "Wir werden jedenfalls von der Kasse eine volle Kostenrückerstattung für unsere Patienten, insbesondere für die sozial schwachen, fordern."

Für die Dauer des Kostenerstattungsanspruchs gibt es nach der derzeitigen Rechtslage keine Fristen. Auch hier wird die Ärztekammer aber im Sinne ihrer Patienten intervenieren: "Wir werden uns bemühen, durch öffentlich Druck die Kasse dazu zu bewegen, dass möglichst rasch Kostenersatz geleistet wird", betont Steinhart.

Die medizinische Versorgung bleibt aufrecht - Kein Streik

Trotz aller Unannehmlichkeiten, die auf die Patienten durch die Vertragskündigung seitens der Wiener Gebietskrankenkasse zukommen werden, bleibt die extramurale Gesundheitsversorgung der Wiener Bevölkerung aber auch im Falle eines vertragslosen Zustands ab 1. Jänner 2004 gesichert. Steinhart beruhigt: "Eine mögliche vertragsfreie Zeit bedeutet weder einen Streik noch Arbeitsniederlegungen seitens der Ärzteschaft. Ganz im Gegenteil: Die Wiener Ärztinnen und Ärzte werden sich uneingeschränkt um ihre Patienten kümmern und diese mit ärztlichen Dienstleistungen versorgen." (hpp)

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