Niederwieser zu Uni Innsbruck: Studierende sollen StudiendirektorIn vorschlagen

Wien (SK) "Es gibt den durch das Universitätsgesetz verordneten Demokratieabbau an den Universitäten, es gibt aber auch den selbst gewählten Verzicht auf Mitbestimmung, der mir völlig unverständlich ist", kritisiert SPÖ-Bildungssprecher Erwin Niederwieser Donnerstag gegenüber dem Pressedienst der SPÖ die kürzlich verlautbarte provisorische Satzung der Universität Innsbruck, mit der "ein für die Vollziehung der studienrechtlichen Bestimmungen" zuständiges Organ in Form eines Studiendirektors/einer Studiendirektorin eingerichtet werde. ****

"So weit so schlecht. Liest man die Zuständigkeiten dieses 'Organs' genauer durch, dann sind da eine Menge formal notwendiger Zuständigkeiten, aber mit keinem Wort wird eine Aufgabe erwähnt, die darin besteht, für die Studierenden Ansprechstelle zu sein, wenn das Studienangebot nicht ausreichend ist oder Lehrveranstaltungen oder Prüfungen ausfallen, wenn also der Studienbetrieb nicht so läuft, wie er müsste," erläutert Niederwieser.

Im Vorfeld der UG-2002-Diskussion sei unbestritten gewesen, dass die Nachfolge der bisherigen Studiendekane eine zentrale Vertrauensrolle für die Studierenden einnehmen solle. Es wäre daher gerechtfertigt, den Studierenden für diese Funktion das Recht einzuräumen, einen Dreiervorschlag zu erstellen, aus dem der Senat dann die Person auswählt, so der SP-Nationalrat. In gleichem Maße müsste der Studierendenvertretung das Recht eingeräumt werden, diese Person abzuberufen oder zumindest ein Abberufungsverfahren einzuleiten.

"Dem Gründungskonvent unserer geschätzten Universität ist leider nichts dergleichen in den Sinn gekommen, was Ausdruck dessen ist, dass in allen Gremien die Studierenden, der Mittelbau und die sonstigen Universitätsbediensteten nur mehr eine Minderheitsposition einnehmen", bedauert Niederwieser. "Das sollte die Mehrheit der Professorinnen und Professoren aber nicht hindern, jenen Rest an Selbständigkeit zu nützen, den ihnen das UG 2002 noch gelassen hat und mehr Demokratie dort zu wagen, wo es möglich ist", fordert Niederwieser die Universität auf, "dort mehr Demokratie zu wagen, wo es möglich ist". Noch sei Zeit, die Satzung zu ändern, denn sie trete erst am 1.2004 in Kraft. (Schluss) cs/mm

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