Keine Experimente mit der Wohnbauförderung!

Bundesinnungsmeister Lahofer warnt vor volkswirtschaftlichen Schäden

Wien (PWK821) - Zu der latent schwelenden Diskussion zur Kürzung oder Abschaffung der Wohnbauförderung bezieht der Bundesinnungsmeister der Baugewerbe Johannes Lahofer eine klare Position: "Der Wohnbau ist eine wichtige Stütze der österreichischen Bauwirtschaft und sichert den Lebensstandard der heimischen Wohnbevölkerung. Das wohnbauwirksame Fördervolumen darf daher keinesfalls verringert werden." Derzeit sind im Bauhaupt- und Bauhilfsgewerbe mehr als 70.000 Arbeitnehmer im Wohnbau beschäftigt. Bereits eine Kürzung der Wohnbauförderung um 50% hätte je nach Szenario zwischen 11.000 und 49.000 Arbeitslose zur Folge.

Von der Wohnbauförderung profitieren nicht nur die Häuslbauer und Erwerber von Wohnungen, der Multiplikatoreffekt erstreckt sich über eine Wertschöpfungskette verschiedenster Wirtschaftstreibender. Angefangen vom Planer über den ausführenden Baumeister bis hin zu den Ausbaugewerben, Tischlern, Malern, Installateuren, Möbel-, Elektrohändler etc. "Durch das Einfrieren der Bundesmittel aufgrund des Sparpaketes 1996 hat sich der Bundesbeitrag bis 2003 ohnehin bereits um ein Viertel verringert", so Lahofer. Der Wohnbauförderungsbetrag setzt sich zusammen aus je einem halben Prozent Arbeitgeber- und Arbeitnehmeranteil an der Lohnsumme. Der geringfügige Effekt eine Lohnnebenkostensenkung steht in keiner Relation zu den drohenden volkswirtschaftlichen Schäden.

Bereits jetzt liegt der Anteil der Wohnbauförderung am BIP in Österreich mit 1,3 % deutlich unter dem anderer Staaten, die über einen nicht annähernd so gut funktionierenden Wohnungsmarkt verfügen. In England ist beispielsweise der Anteil der Wohnbauförderung am BIP mit 2,5% fast doppelt so hoch. In den USA liegt er bei 2%. Der verstärkte Einsatz von Wohnbauförderungsmitteln zur Erreichung der Kyoto-Ziele im Bereich Neubau und Sanierung wird dabei seitens des Baugewerbes befürwortet, soweit dies aus einer gesamtwirtschaftlichen und gesamtökologischen Bilanz heraus vertretbar ist. Dämmvorgaben, die in keinem vernünftigen Verhältnis zum Nutzen stehen sollten aber ebenso vermieden werden wie unnötige bürokratische Erschwernisse, betont der Bundesinnungsmeister.

Konnten erschwingliche Wohnungen früher nur nach langen Wartezeiten und über Empfehlungen erworben werden, hat sich dank des Systems der Wohnbauförderung ein funktionierender Markt entwickelt, der ein bestimmtes Maß an Leerständen voraussetzt. Ein Bedarf an neuen Wohnungen besteht nach wie vor durch notwendiges Ersetzen alter Wohnungen (Assanierung), eine geänderte Bevölkerungsstruktur sowie die EU-Erweiterung. Der Wunsch des Baugewerbes, Wohnbaufördermittel an die Vorlage von Dienstleistungsrechnungen zu binden, wurde bisher ebenso wie ein reduzierter Mehrwertsteuersatz für Wohnbauten, vom Finanzministerium abgeblockt. Diese Forderungen werden daher nach wie vor vehement vertreten.

"Das System der österreichischen Wohnbauförderung hat sich bewährt und sollte nicht mutwillig schlecht geredet werden, ohne nur annähernd so geeignete Alternativen anzubieten, resümiert Bundesinnungsmeister Lahofer. Das Recht der Bevölkerung auf erschwingliche Wohnungen darf nicht durch unausgegorene Experimente aufs Spiel gesetzt werden, da damit auch ein irreparabler volkswirtschaftlicher Schaden und ein deutliches Ansteigen der Arbeitslosigkeit unvermeidlich wäre!" (us)

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