"Konsument"-Test: Handys mit Fotofunktion und GSM

Teuer und trotzdem kein Ersatz für Fotokameras. Angepriesene hohe Auflösung ist relativ. Neue GSM-Handys funktionieren alle gut.

Wien (OTS) - Handys mit Fotofunktion boomen: Allein heuer rechnet man mit einem weltweiten Verkauf von rund 55 Millionen Stück. Für viele ist diese Handy-Neuheit eine willkommene Geschenkidee für Weihnachten. Deshalb testete "Konsument" rechtzeitig 15 neue Handys mit Fotofunktion, die ohne Providervertrag zwischen 320 und 1300 Euro kosten. Außerdem zeigt die Dezember-Ausgabe von "Konsument", wie aktuelle GSM-Handy-Modelle in einem internationalen Test abschneiden. Fazit: Alle zehn GSM-Handys erhielten das Testurteil "gut". Bei den Handys mit Fotofunktion haben nur drei mit "gut" abgeschnitten, die restlichen zwölf "durchschnittlich". Freude mit Foto-Handys haben vor allem Leute, bei denen Trend und Kult zählen und die auf die Schnelle einen Schnappschuss an Gleichgesinnte übermitteln wollen. Jene, die damit ernsthaft Fotografieren wollen, werden enttäuscht sein. Denn Foto-Handys sind kein Ersatz für Foto-Kameras. Die Qualität der Handy-Bilder ist noch weit entfernt von den Ergebnissen selbst billiger Digitalkameras. Ähnlichkeiten mit gewohnten Fotos findet man nur bei Handys mit der höchsten Auflösung.

Wenn manche Hersteller die Kamera im Handy als "hoch auflösend" anpreisen, dann bedeutet das derzeit bestenfalls rund 310.000 Bildpunkte (640 x 480 Pixel). Zum Vergleich: Marken-Digitalkameras des unteren Preissegments liefern über zwei Millionen Pixel. Im "Konsument"-Test liegen diese "hoch auflösenden" Handys voran, denn es gibt auch Modelle, die nur 100.000 Pixel oder noch weniger bieten. Die von letzteren gelieferten Bilder sind trotz Briefmarkengröße unscharf - und das nicht nur auf dem Handy-Display, das bei fast allen Geräten grundsätzlich eine zu geringe Auflösung hat, um Fotos in entsprechender Schärfe wiederzugeben. Es scheitert auch jeder Vergrößerungsversuch auf dem PC-Monitor, weil sich das Foto sofort in eine "Pixellandschaft" auflöst.

Außerdem hapert es beim Fotoausdruck beziehungsweise der Fotoausarbeitung. Dies gelingt in einigermaßen akzeptabler Qualität nur mit den "hoch auflösenden" Modellen, allerdings auch nur bis zum Bildformat 7 x 10 cm. Darüber hinaus läuft ihnen jede Einweg-Kamera den Rang ab. Am besten ist man noch mit den Testsiegern (Sony Ericson Modell P800, P 900 und T-68i) bedient, die auch eine sehr gute Handhabung aufweisen, was bei Foto-Handys ebenfalls keine Selbstverständlichkeit ist. Da die besten im Test zwischen 650 und 990 Euro kosten, gibt "Konsument" zu bedenken, dass man für diesen Preis schon gute Digitalkameras mit 5 Millionen Pixel bekommt -allerdings kann man damit natürlich nicht telefonieren.

Oft werden die Bezeichnungen Foto-Handy und MMS-Handy (für Multimedia Messaging Service) gleichbedeutend verwendet. Tatsächlich ist jedes Foto-Handy MMS-fähig, weil die Schnappschüsse mit dieser Übertragungstechnik von Handy zu Handy verschickt werden. Aber nicht mit jedem MMS-fähigen Handy ist Fotos knipsen möglich, da nicht automatisch eine Kamera eingebaut ist!

MMS dient auch der Datenübertragung und wird für verschiedene Büroanwendungen verwendet. Der MMS-Versand zu einem anderen Handy kostet etwa das Vierfache einer SMS.

Im Test GSM-Handys schneiden alle gut ab. Unterschiede gibt es nur in den Testkategorien Handhabung, Stromverbrauch und Zusatzfunktionen, die jedoch in der Praxis gar nicht so oft verwendet werden. Nach wie vor gilt, dass die auf die persönlichen Bedürfnisse abgestimmte Tarifwahl vor der Gerätewahl stehen sollte.

Mehr zu den aktuellen Handy-Tests bietet die Dezember-Ausgabe des Magazins "Konsument" sowie deren Online-Ausgabe unter www.konsument.at.

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