"Neues Volksblatt" Kommentar: "Fairness" (Von Christian Buchar)

Ausgabe vom 20. November 2003

Linz (OTS) - =

Die 175 Millionen Euro, die der Gehaltsabschluss für
die öffentlich Bediensteten kostet, mögen auf den ersten Blick hoch erscheinen. Tatsächlich sind Neidreflexe nicht angebracht. Erstens liegt das Plus von 1,85 Prozent punktgenau im Rahmen der bisherigen Abschlüsse in der Privatwirtschaft. Eine Schlechterstellung von Arbeitnehmern im öffentlichen Bereich wäre da nicht zurechtfertigen. Zweitens konstatieren auch Wirtschaftsexperten, dass die Beamten bei den Gehältern seit Mitte der 90er-Jahre im Vergleich zur allgemeinen Entwicklung ins Hintertreffen geraten sind und bei der Kaufkraft Aufholbedarf haben.
Klar ist aber auch, dass der für die öffentlich Bediensteten zufriedenstellende Abschluss auch eine handfeste politische Komponente beinhaltet. Schließlich stehen nächstes Jahr Personalvertretungswahlen an. Erneut unter den Erwartungen der -ohnedies schon unruhig gewordenen - Dienstnehmer zu bleiben, hätte hier wohl ein sicheres Fiasko für die schwarz dominierte Gewerkschaft Öffentlicher Dienst bedeutet. Gerade auch, weil der große Brocken Pensionsharmonisierung ohnedies noch bevorsteht.

Rückfragen & Kontakt:

Neues Volksblatt
Chefredaktion
Tel. 0732/7606 DW 782
volksblatt@volksblatt.at
http://www.volksblatt.at

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NVB0001