Wirtschaft setzt verstärkt auf Beschäftigung von Hochschulabsolventen

Wirtschaftskammer ermutigt die Universitäten zur Umstellung auf Bakkalaureats- und Magisterstudien - Tagung "Autonomie und Studienangebotsplanung"

Wien (PWK818) - Österreichs Wirtschaft wird in Zukunft verstärkt auf die Beschäftigung von Hochschulabsolventen setzen, meint Michael Landertshammer, Chef der bildungspolitischen Abeilung der Wirtschaftskammer Österreich. Einerseits machten steigende fachliche Anforderungen in den Unternehmen den verstärkten Einsatz von Akademikern erforderlich. Andererseits bewirken steigende Maturantenquoten, dass wachsende Anteile am Altersjahrgang sich für die Hochschulen entscheiden, wenn es darum geht, eine Berufslaufbahn in Wirtschaft und Verwaltung zu beginnen. Nicht zuletzt sei es auch der sich abzeichnende, demografisch bedingte Arbeitskräftemangel, der die Wirtschaft veranlassen wird, das jährliche Arbeitskräfteneuangebot bestmöglich zu nutzen.

"Wenn die Zutaten der Studiengestaltung stimmen, haben wir keinen Grund, uns vor der steigenden Akademisierung der Erwerbsbevölkerung zu fürchten," stellte Landertshammer heute, Mittwoch, bei einer von der Wirtschaftskammer Österreich organisierten Veranstaltung zum Thema "Autonomie und Studienangebotsplanung" vor Vertretern der österreichischen Universitäten fest. Vielmehr sei er davon überzeugt, dass bedarfsorientierte Studienangebote sowohl den Interessen der Studienwähler als auch der Wirtschaft zugute kommen. Voraussetzung hierfür sei, dass die Universitäten sich endlich auch offiziell von ihrer traditionellen Rolle als elitäre Bildungseinrichtung verabschieden.

Nach Landertshammers Auffassung bietet die neue, für den Europäischen Hochschulraum vorgesehene gemeinsame Studienarchitektur (mit Bakkalaureats- und Masterdiplomen sowie den PhD Programmen für die eigentliche wissenschaftliche Nachwuchsrekrutierung) eine hervorragende Chance, differenzierende und abgestufte Studien anzubieten. Mit dieser neuen Studienstruktur werde den Wünschen der Studierenden und den Bedürfnissen der Wirtschaft bestmöglich entsprochen.

Wie Landertshammer feststellt, gibt es naturgemäß Studienrichtungen, die den Unternehmen näher am Herzen liegen als andere. Hierzu gehören vor allem jene, die als Wegbereiter technischer Innovationen gelten können, aber auch die Wirtschaftswissenschaften. Grundsätzlich appelliert er jedoch an sämtliche Studienanbieter, ihr Profil bedarfsorientiert auszurichten: "Wir machen die Erfahrung, dass vielfach auch die Absolventen der als "wirtschaftsfern" geltenden Studien in unseren Unternehmen erfolgreich tätig sind. Und wenn es in Zukunft mehr als bisher gelingt, schon im Studium auf diese Möglichkeit vorzubereiten, wird es auch gelingen, allen Bakkalauren und Magistern von morgen attraktive Beschäftigungsmöglichkeiten anzubieten."

"Österreich hat sich vor etwa 40 Jahren ein differenziertes Sekundarschulwesen gegeben, das auch noch heute internationale Anerkennung findet. Jetzt geht es darum, auch im Hochschulwesen ein ebenso entschlossenes Bekenntnis zur differenzierten Studienstrukturen in Form von Bakkalaureats- und Magisterstudien zu machen, deren Schwerpunkte von der wissenschaftlichen fundierten Berufsausbildung bis zur eigentlichen Befähigung zur wissenschaftlichen Arbeit reichen," fasst Landertshammer zusammen. (hp)

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