AKS: Sitzenbleiben - nicht wir, sondern die Schule hat versagt

Die Aktion kritischer SchülerInnen hält Sitzenbleiben für Mittelalter-Pädagogik und fordert ein Kurssystem für die Oberstufe

Wien (SK) Als positiv begrüßt AKS-Bundesvorsitzende Kathi Kreissl, dass das Repetieren nun auch von ÖVP-Bildungssprecher Amon hinterfragt wird. "Sitzenbleiben ist Mittelalter-Pädagogik. SchülerInnen werden aus ihrem sozialen Umfeld gerissen und müssen bei einem Nichtgenügend bis zu 13 positiv abgeschlossene Fächer wiederholen" ist Kreissl von der Sinnlosigkeit des Repetierens überzeugt. "Für viele SchülerInnen ist die ständige Bedrohung, eine Klasse wiederholen zu müssen eine Frage der Existenz", erklärte Kreissl. ****

"Wenn LehrerInnen die Möglichkeit haben, schwächere SchülerInnen durchfallen zu lassen, werden sie aus der Verantwortung genommen", so die Bundesvorsitzende. "LehrerInnen müssen nicht speziell auf die Bedürfnisse von schwächeren SchülerInnen eingehen und sie mitnehmen, da diese durch das Schulsystem sowieso aussortiert werden."

Mittelfristig fordert die AKS ein Kurssystem für die Oberstufe von höheren Schulen. "Über fixe Module hinausgehend muss es mehr Wahlmöglichkeiten zur individuellen Schwerpunktsetzung geben. SchülerInnen müssen die Möglichkeit haben, zu lernen was sie interessiert", ist die SchülerInnenvertreterin überzeugt. "Das Sitzenbleiben gibt es in diesem System nicht. Wird ein Kurs nicht bestanden, heißt das nicht automatisch das sinnlose Wiederholen von anderen!"

Die Frage des Sitzenbleibens und der Lernmotivation ist auch die Frage des Menschenbildes. "Hierzulande hält sich beständig der Irrglaube, dass SchülerInnen nur unter Druck und durch Existenzbedrohung lernen", erklärte Kreissl. "Leistungsdruck, Konkurrenzdenken und Ellbogentaktik prägen den Schulalltag. Gegeneinander statt miteinander ist die Devise!" Von diesem Menschenbild sei es zur Rohrstaberlpädagogik nur ein kleiner Schritt. "Zwänge und negative Motivation führen dazu, dass SchülerInnen nicht gerne in die Schule gehen. Weniger Hierarchie und Autoritäten, weniger Drohungen, mehr Freiräume und mehr Demokratie sind der Schlüssel für ein modernes Schulsystem!", schloss Kreissl. (Schluss) ns/mp

Rückfragehinweis: Kathi Kreissl (0699) 11 40 81 42

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