AKS: Zeig mir deine Eltern und ich sag dir deine Bildung

Wien (SK) Mit einer Straßenaktion vor dem Bildungsministerium startet die Aktion kritischer SchülerInnen (AKS) die Herbstkampagne zum Thema soziale Selektion und Gesamtschule. "Wo ist unsere Chancengleichheit?" erkundigten sich heute mehrere SchülerInnen vor dem Bildungsministerium und wiesen symbolisch auf den Zusammenhang zwischen sozialer Herkunft und Bildungschancen hin. "Unser Schulsystem dient zur Reproduktion der Gesellschaftsverhältnisse. Kinder mit sozial schwächerem Elternhaus werden nicht gefördert, sondern aussortiert", erklärt AKS-Bundesvorsitzende Kathi Kreissl. "Soziale Selektion muss zum Thema gemacht werden!" ****

Mehrere Bildungsstudien der letzten Zeit lieferten alarmierende Ergebnisse über die mangelnde Durchlässigkeit des österreichischen Schulsystems. "Eine Bildungsministerin muss reagieren, wenn HauptschülerInnen in einem Akademikerhaushalt zehnmal bessere Aussichten auf eine erfolgreiche Matura haben, als HauptschülerInnen von Eltern der niedrigsten Bildungsschicht!", nimmt Kreissl Bezug auf eine im März veröffentlichte Studie des Instituts für Familienforschung. Die Ergebnisse der OECD-Studie geben laut Kreissl ebenfalls Anlass zum Handeln. "Die Wurzeln der geringen AkademikerInnenquote von 14 Prozent müssen in der verfrühten Selektion gesucht werden."

Die konsequente Ignoranz von Bildungsministerin Gehrer ist für die SchülerInnenvertreterin Ausdruck von Schulfremdheit und einem eindeutigen Bildungsverständnis. "Mittlerweile stellt sich die Frage, ob die ÖVP überhaupt an Chancengleichheit interessiert ist. Die Einzementierung der gesellschaftlichen Schichten scheint viel eher nach ihrem Geschmack zu sein", zeigt sich Kreissl wütend. "Die Ministerin soll aus ihrer Elfenbeinfestung herabsteigen und mit SchülerInnen reden, die als Menschen zweiter Klasse durch das Schulsystem aussortiert werden."

Die Möglichkeit für verbesserte Chancengleichheit sieht Kreissl in einem Gesamtschulmodell. "Wer entscheidet schon selbstständig mit zehn Jahren, ob er/sie in eine höhere Schule oder in eine Hauptschule gehen möchte? Ausschlaggebend ist in fast allen Fällen die Meinung der Eltern." Erklärt die Bundesvorsitzende die Dringlichkeit einer späteren Selektion. Außerdem wundert sie sich über Gehrers Aussage, die Gesamtschule wäre ein alter Hut. "Österreich ist eines der letzten Länder Europas, das so früh selektiert. Unser Schulsystem ist der alte Hut!" Eine weitere Möglichkeit sieht die SchülerInnenvertreterin im verstärkten Einsatz von heterogenen Lerngruppen. "Momentan prägen Konkurrenz- und Leistungsdenken den Schulalltag. In gemischten Lerngruppen können schwächere SchülerInnen profitieren, bessere SchülerInnen lernen, einander zu helfen und Ellbogentechnik auszuklammern", schließt Kreissl. (Schluss) se/mp

Rückfragehinweis: Kathi Kreissl (0699) 11 40 81 42; Fotos auf Anfrage erhältlich

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