Glawischnig zu OECD-Bericht: Österreich kein Umweltmusterland

BM Pröll muss Umsetzung der Empfehlungen rasch beginnen

Wien (OTS) - "Österreich ist leider nicht das Umweltmusterland, wie es oft und gerne von der Bundesregierung beschrieben wird. Das bestätigt auch der neue OECD-Bericht", so Eva Glawischnig in Reaktion auf den heute in Wien präsentierten OECD-Bericht zur Umweltsituation in Österreich.

Zwar seien in einigen Bereichen Fortschritte erzielt worden, was etwa die Wasserqualität der Flüsse und Seen oder die Erfolge heimischer Öko-Unternehmen betreffe, in vielen Bereichen, so etwa beim Klimaschutz, sei die Umweltsituation in Österreich aber nicht zufriedenstellend. Glawischnig fordert BM Pröll daher auf, die zahlreichen Empfehlungen des OECD-Berichts zur Verbesserung der Umweltsituation ernst zu nehmen und deren Umsetzung rasch in Angriff zu nehmen.

"Beim Klimaschutz zählt Österreich angesichts steigender CO2-Emissionen mittlerweile zu den EU-Nachzüglern und ist sehr weit vom Kyoto-Ziel entfernt", so Glawischnig. "Der OECD-Bericht bestätigt klar die von den Grünen seit Monaten eingeforderte Notwendigkeit nach weitreichenden zusätzlichen Anstrengungen und die volle Umsetzung der Klimastrategie, um Österreichs Klimaschutzziele doch noch zu erreichen. "Dazu ist es notwendig, endlich die immer noch unzureichende Finanzierung der Klimaschutzmaßnahmen abzusichern", verlangt Glawischnig. Auch bei den für die Bildung des giftigen bodennahen Ozons verantwortlichen Vorläufersubstanzen (NOx) sei Österreich laut OECD weit von seinen Reduktionszielen entfernt.

Beim Grundwasserschutz bestehe ebenso Handlungsbedarf: "Von der anhaltenden gesundheitsgefährdenden Nitratbelastung des Grundwassers sind immer noch 1,5 Millionen Menschen direkt betroffen. Der OECD-Bericht sieht hier nur erste Anzeichen der Besserung, eine wirksame Umweltpolitik hätte aber in den letzten Jahren die Trendwende schaffen müssen", kritisiert Glawischnig.

Laut OECD sei es zwar gelungen, das Wachstum des Energieverbrauchs vom Wirtschaftswachstum zu entkoppeln, allerdings steige der Stromverbrauch in Österreich kontinuierlich. "Der derzeitige Verbrauchszuwachs ist doppelt so hoch wie der Ökostromzuwachs. Steigt der Stromverbrauch in den kommenden Jahren weiter um zwei Prozent pro Jahr, wird Österreich im Jahr 2010 durch neue Ökostromanlagen gerade einmal ein Drittel des Zuwachses abdecken können", warnt Glawischnig abschließend.

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