Michael Moore über Haider, Schwarzenegger und Waldheim

Wien (OTS) - Michael Moore, amerikanischer Oscar-Preisträger ("Bowling for Columbine") und Sachbuchautor ("Stupid White Men") nimmt in einem Interview für die morgen erscheinende NEWS-Ausgabe ausführlich zu österreichischen Realitäten Stellung. Moore kommt auf NEWS-Einladung am Donnerstag ins Wiener Volkstheater, um in einer ausverkauften Doppelvorstellung aus seinem eben erschienenen Buch "Volle Deckung, Mr. Bush" zu lesen.

Moore, Kultfigur der amerikanischen Linken, zur FP-Regierunsgbeteiligung in Österreich: "Es ist interessant zu beobachten, wie die Rechten in europäischen Ländern die politische Macht übernommen haben, in Österreich, Italien, Dänemark, den Niederlanden. Ihre Häuptlinge nützen denselben Zugang, den auch die amerikanischen Führer bevorzugen: Angst, diesfalls vor Immigranten. ,Fremde Leute kommen in unser weißes Land. Sie sind für viele Probleme veranwortlich. Wir müssen hart durchgreifen. Das funktioniert üblicherweise, die Bevölkerung ist fürs harte Durchgreifen, speziell, wenn man sie glauben läßt, dass sie nicht mehr sicher sind." Als Strategie empfiehlt er: "Sich organisieren, die Leute informieren. Irrationale Angst beruht immer auf Ingnoranz, und aus Ignoranten werden Reaktionäre."

Ausführlich nimmt Moore zur Wahl Arnold Schwarzeneggers zum Gouverneur von Kalifornien Stellung: "Ja, der bestimmt das Österreich-Bild im Amerika. Nicht mehr Mozart, nicht einmal dieser verrückte Typ Kurt Waldheim. Hitler auch nicht. Ihr habt da einen tollen Spin-Doctor-Job gemacht: Jeder glaubt, dass er ein Deutscher war. Schwarzenegger halte ich sogar für einen ziemlich smarten Burschen. Dumm ist er nicht. Ich glaube allerdings nicht, dass er Kalifornien wirklich regieren will. Eher hat er sich gewisse Lebensziele gesetzt. Er ist einer dieser Typen mit den Listen: Mit 20 muss ich das erreicht haben, mit 30 das, mit 40 jenes. Ich bin auch sicher, er verbringt maximal einen Tag die Woche in Sacramento. Wenn Sie je dort gewesen wären, würden Sie ihn nicht tadeln." Und: "Es gibt schon eine Bewegung zur Verfassungsänderung, um ihm die Präsidentschaft zu ermöglichen. Intelligenter als der amtierende Präsident ist er in jedem Fall. Aber das ist der Nachttisch hier im Hotelzimmer auch. Schwarzenegger wird schon als Gouverneur vorsichtig agieren und nichts gegen die liberale Grundstimmung in Kalifornien tun. Er wird zumindest den Anschein erwecken, als wäre er für Umwelt, Bürgerrechte und so weiter. Bush versucht nicht einmal, es vorzutäuschen. Das ist der Unterschied zwischen den beiden."

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