FSG: Auf dem Rücken der SchülerInnen und LehrerInnen

Im Pflichtschulbereich läuten die Alarmglocken

Wien (FSG). "In Wien läuten derzeit im Pflichtschulbereich die Alarmglocken. Der Grund: Nach dem 1. Dezember sollen etliche Dienstposten für die Schulen nicht mehr zur Verfügung stehen. Unausweichlich damit verbunden wäre die massive Verschlechterung der bisher hervorragenden Schulqualität." ++++

Die Folgen für die SchülerInnen: Einschnitte bei der Integration, Begleit- und Fördermaßnahmen gekürzt. Noch mehr Kinder werden in den Klassen sitzen, sodass moderne Unterrichtsformen nur mehr eingeschränkt möglich sind. Zusätzliche Angebote im Bereich Sport, Fremdsprachen etc, die den SchülerInnen bislang Spaß gemacht haben, gehören bald der Vergangenheit an. Kinder, die bis jetzt in der Schule ein attraktives Angebot vorgefunden haben, werden ihre Freizeit auf der Straße verbringen.

Ausschlaggebend für diesen Zustand sind nicht die Frühpensionen der LehrerInnen, sondern die Verringerung der Dienstposten an sich. Das heißt, die Schulen bekommen weniger Unterrichtsstunden zugewiesen. Verursacht durch Kürzungen des Bundes und die nunmehr nicht mehr garantierte "pädagogisch großzügige Bewirtschaftung" des Landes Wien in den letzten Jahren.

Derzeit passiert außer gegenseitigen Schuldzuweisungen zwischen Bund und Land zu wenig, um die Schulen Wiens aus der drohenden Misere zu führen. "Ausbaden" müssen den Zustand die SchülerInnen, die ein Recht auf modernen Unterricht haben und die LehrerInnen, die Anrecht auf Rahmenbedingungen haben, die modernen Unterricht ermöglichen. Mit 30 SchülerInnen in zu engen Klassenräumen Projekte zu gestalten, ist unmöglich.

Da derzeit das wahre Ausmaß der Kürzungen nicht klar auf dem Tisch liegt, verlange ich vom Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft, Kultur und vom Stadtschulrat für Wien die Offenlegung der bevorstehenden Kürzungen und eine klare, nachvollziehbare Strategie, wie das Schulsystem in Wien aus der absehbaren Krise geführt werden kann.

Sollten sich die Verantwortlichen dazu nicht entschließen können, wird es etliche pädagogisch wertvolle Errungenschaften der letzten Jahre einfach nicht mehr geben. Bis jetzt haben wir in Wien im Bildungsbereich in der champions-league gespielt. Durch die Kürzungen ist der Abstieg in die Regionalliga vorprogrammiert.

FSG, 19. November 2003
Nr. 87

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Herbert Modritzky
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