Niederwieser: Soziale Selektion an Schulen verhindern!

Schulen sollen Chancengleichheit ermöglichen -SPÖ-Bildungssprecher unterstützt Kampagne der AKS

Wien (SK) SPÖ-Bildungssprecher Erwin Niederwieser begrüßt die Kampagne der Aktion Kritischer SchülerInnen (AKS) für mehr Durchlässigkeit in Österreichs Schulsystem. Die AKS haben heute, Mittwoch, mit einer Straßenaktion - Motto: "Zeig' mit deine Eltern und ich sag' dir deine Bildung" - vor dem Bildungsministerium gegen die soziale Selektion an den Schulen protestiert. "Das ist eine wichtige Kampagne", betont der SPÖ-Bildungssprecher, "die Jugend legt damit den Finger auf eine Ungerechtigkeit in unserer Gesellschaft." ****

Die SPÖ habe seit den 70er Jahren durch massive Investitionen in die Bildung soziale Ungleichheiten beim Bildungszugang deutlich abgebaut, erklärte Niederwieser. Das Gymnasium sei keine Eliteschule mehr, Studieren kein Standesprivileg. "Aber wir sind noch lange nicht am Ziel", so Niederwieser gegenüber dem SPÖ-Pressedienst. "Es gibt Bildungssysteme, die unterschiedliche Voraussetzungen, wie sie vom Elternhaus her gegeben sind, ausgleichen, und es gibt Systeme, die sie verstärken. Das österreichische verstärkt die sozialen Ungleichheiten."

Als "bestes Beispiel" für diesen Befund nennt Niederwieser die Sonderschulen. "Es hat ausschließlich mit dem Elternhaus zu tun:
95 Prozent der Sonderschüler haben Eltern, die Arbeiter oder Hilfsarbeiter, kleine Landwirte oder kleine Pensionisten sind und ein geringes Einkommen und schlechte Wohnverhältnisse aufweisen", erläuterte Niederwieser. Er betont: "Eine gerechte und reiche Gesellschaft muss diesen Kindern eine faire Chance geben."

Nach einer ersten Selektion mit dem 6. Lebensjahr folge die nächste mit dem 10. Lebensjahr - "und auch da ist ein wesentliches Kriterium der Beruf und das Einkommen der Eltern", so Niederwieser. "Ein Schulsystem, das mehrmals Kinder durch ein grobes Sieb fallen lässt, anstatt sie gezielt zu fördern, gehört geändert. Da gehört die Forcierung von Integration statt Sonderschule ebenso dazu wie späte Brücken und Chancen etwa in Form der Berufsreifeprüfung", erklärte SPÖ-Bildungssprecher.

Entscheidende Bedeutung komme aber auch der Zeit vor der Schule zu. Dort müssten Schwächen rechtzeitig erkannt und Kinder gezielt gefördert werden. "Das bedeutet eine weitere pädagogische Professionalisierung und Aufwertung dieses Berufes und mittelfristig werden auch wir in Österreich die Ausbildung der Kindergärtnerinnen in die neuen pädagogischen Hochschulen integrieren, so wie es europäischer Standard ist", sagte Niederwieser. (Schluss) wf

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