Mailath-Pokorny eröffnet Jubiläumsausstellung im Jüdischen Museum

Wien (OTS) - "Das Jüdische Museum hat sich im letzten Jahrzehnt zu einer wichtigen kulturellen Institution in Wien entwickelt", erläuterte Kulturstadtrat Mailath-Pokorny am Dienstag abend bei der Eröffnung der Ausstellung "Die Galerie Miethke. Eine Kunsthandlung im Zentrum der Moderne" im Palais Eskeles vor den zahlreich erschienenen Ehrengästen. Der Kulturstadtrat erinnerte an die Tatsache, dass exakt vor zehn Jahren - am 18. November 1993 -- der damalige Bürgermeister von Jerusalem Teddy Kollek und Wiens damaliger Bürgermeister Dr. Helmut Zilk die Eröffnung des Jüdischen Museums vorgenommen hatten. Beide waren als Ehrengäste an diesem Abend anwesend. Teddy Kollek zeigte sich erfreut, dass das Museum gleichsam als Hommage an seine Person auch eine Ausstellung mit Arbeiten seiner Tochter Osnat Kollek-Sachs präsentiert.****

Direktor Karl Albrecht-Weinberger sprach in seiner Eröffnungsrede allen Spendern und Förderern des Hauses und seinen Vorgängern in der Direktion Christian Cap, Daniella Luxembourg und Julius Schoeps seinen besonderen Dank aus. Er zog eine Bilanz der bisherigen Tätigkeit des Museums, das in den vergangenen zehn Jahren über hundert Ausstellungen, mehr als 700 Veranstaltungen und an die dreißig Auslandsausstellungen präsentierte, die allein in Wien von mehr als einer dreiviertel Million Menschen gesehen wurden. Direktor Weinberger verwies dabei auf die viel beachteten Ausstellungen über Chagall, Max Oppenheimer, Liebermann, Soutine, Joseph Roth, Karl Kraus, Karl Farkas, Peter Altenberg, jüdische Erfinder, Fotografen, Künstler, und große kulturhistorische Themen wie zuletzt die erfolgreiche Festwochen-Ausstellung "quasi una fantasia", die im Februar kommenden Jahres in New York präsentiert wird.

Die Jubiläumsausstellung "Die Galerie Miethke. Eine Kunsthandlung im Zentrum der Moderne" ist die Aufarbeitung eines wichtigen Abschnitts der Geschichte des Palais Eskeles, der bisher kaum dokumentiert ist. Hugo Othmar Miethke richtete 1885 hier seine Kunstgalerie ein, die unter der künstlerischen Leitung des Malers Carl Moll die vornehmste Adresse für zeitgenössische Kunst in der ganzen k.u.k.-Monarchie war. Künstler wie Monet, Manet, Cézanne, Gauguin und van Gogh wurden hier ebenso wie Gustav Klimt und Egon Schiele gezeigt. 1912 übernahm der aus Auschwitz in Galizien stammende Kunsthistoriker Hugo Haberfeld die Leitung der Kunstgalerie, er veranstaltete 1914 eine für die damalige Zeit sensationelle Einzelausstellung Pablo Picassos. Er emigrierte 1938 nach Paris, die damals legendäre Galerie Miethke wurde im Oktober 1940 "von Amtswegen" aus dem Handelsregister gestrichen. Kurator Tobias G. Natter lässt anhand von Dokumenten, historischen Fotos, Katalogen, Plakaten und einigen herausragenden Gemälden, die seinerzeit in der Galerie präsentiert und auch verkauft wurden, ein eindrucksvolles Bild vom Ausstellungsgeschehen der führenden Avantgarde-Galerie der österreichisch-ungarischen Monarchie und der Ersten Republik entstehen, das auch in einem umfassenden Katalog zum Preis von 24,90 Euro eindrucksvoll dokumentiert wird.

"Die Galerie Miethke. Eine Kunsthandlung im Zentrum der Moderne" ist von 19. November 2003 bis 8. Februar 2004 im Jüdischen Museum zu sehen. Das Jüdische Museum Wien (A-1010 Wien, Dorotheergasse 11) ist Sonntag bis Freitag von 10 bis 18 Uhr, an Donnerstagen von 10 bis 20 Uhr geöffnet. Eintritt: 5/Euro 2,90 Euro ermäßigt. Schulklassen in Begleitung eines Lehrers haben freien Eintritt und eine kostenlose Führung. Detailinformationen im Internet unter http://www.jmw.at/. (Schluss) sta

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