Maximilian Schell zu Gast bei Helmut Zilk in "Lebens-Künstler"

Wien (OTS) - Er ist einer der Großen des internationalen Films:
Maximilian Schell. Der jüngere Bruder von Maria Schell gehört zu den ganz wenigen aus unseren Breiten, die es in Hollywood bis an die Spitze geschafft haben. Er war der erste deutschsprachige Schauspieler, der nach dem Krieg einen Oscar in Empfang nehmen durfte - 1961 für seine Darstellung des Verteidigers Hans Rolfe in Stanley Kramers Meisterwerk "Das Urteil von Nürnberg". In der 38. Folge der ORF-Sendereihe "Lebens-Künstler" ist Maximilian Schell bei Helmut Zilk zu Gast. Der ORF zeigt diese Ausgabe zu Mariä Empfängnis, am Montag, dem 8. Dezember 2003, um 22.55 Uhr in ORF 2.

Maximilian Schell wurde 1930 als drittes von vier Kindern des Schweizer Schriftstellers Hermann Ferdinand Schell und der österreichischen Schauspielerin Margarethe Noe von Nordberg in Wien geboren. Bis zum Anschluss Österreichs an das Deutsche Reich im Jahr 1938 wuchs er in Wien und auf einer Alm im Kärntner Lavanttal auf. Diese Alm ist bis heute in Familienbesitz und nach wie vor einer der bevorzugten Aufenthaltsorte des Schauspielers.

Nach dem Anschluss ging die Familie in die Schweiz. Maximilian besuchte Gymnasien in Basel und Zürich und nahm nach der Matura ein Studium (Kunst- und Literaturgeschichte, Germanistik, Theater- und Musikwissenschaften) auf. Schon früh zog es ihn zur Schauspielerei -seinen ersten öffentlichen Auftritt hatte er als Dreijähriger in einem Bühnenstück seines Vaters, in dem er einen Grashalm mimte. Ab 1953 war Maximilian als Dramaturg, Schauspieler und Regisseur am Stadttheater Basel tätig, spielte in der Folge an zahlreichen deutschen Bühnen, trat 1958 erstmals am Broadway auf und wurde 1959 von Gustaf Gründgens ans Hamburger Schauspielhaus berufen. Übrigens:
Auch Maximilians Geschwister - neben der berühmten älteren Schwester Maria hatte er noch eine weitere Schwester, Immy, und einen Bruder, Carl - entschieden sich für die Schauspielerei.

"Goldmännchen" liegt in der Umzugskiste

1955 stand Maximilian erstmals vor einer Filmkamera: "Kinder, Mütter und ein General" hieß das Antikriegsdrama, in dem er eine Hauptrolle spielte. Obwohl er in der Schule zwar Französisch, aber kein Englisch gelernt hatte - "Der einzige Grund, Englisch zu lernen, ist, Shakespeare im Original zu lesen", lautete die Meinung seines Vaters -, spielte der junge Mime 1958 an der Seite von Montgomery Clift und Marlon Brando in seinem ersten Hollywoodstreifen mit. Drei Jahre später gelang ihm der absolute Durchbruch mit seiner Oscar-gekrönten Rolle in "Das Urteil von Nürnberg". Sechs weitere Oscar-Nominierungen folgten im Laufe seiner Karriere, doch er selbst steht der begehrtesten Auszeichnung der Filmwelt eher kritisch gegenüber. "Richtig schön ist ja dieses Goldmännchen nicht", sagte er einmal in einem Interview - und so liegt die Statuette denn auch seit geraumer Zeit in einer Umzugskiste in einem Möbeldepot.

Schon seit langem gönnt sich Maximilian Schell den Luxus, nur noch bestimmte Rollen zu spielen. Im Frühjahr 2004 ist er im Mehrteiler "Der Fürst und das Mädchen" im ORF zu sehen. Der Doppelstaatsbürger (Österreicher und Schweizer) ist politisch sehr interessiert - 1989 nahm er stellvertretend für Václav Havel den Friedenspreis des deutschen Buchhandels entgegen und verlas dessen Rede, da der tschechische Politiker kein Ausreisevisum erhalten hatte. Doch eine politische Karriere kann sich Schell nach eigener Aussage nicht vorstellen: "Politiker zu sein ist an und für sich sehr verführerisch", meint er zwar, sagt aber auch: "Ich glaube, dass man als Politiker sehr Gefahr läuft, korrupt zu sein. Und das hält mich ab."

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