Pflegeberufe: AK fordert bessere Arbeitsbedingungen

Linz (OTS) - Die Qualität der Alters- und Krankenbetreuung in Oberösterreich leidet unter einem akuten Personalmangel. Wenn nicht sofort in Ausbildung und mehr Personal investiert werde, drohe der Pflegenotstand, warnt AK-Präsident Kalliauer. Leidtragende seien Patienten und Pflegepersonal.

Schon jetzt können in manchen Altenheimen die vorgeschriebenen Personalschlüssel nicht erfüllt werden. In manchen Fällen, wie etwa in Keferfeld-Oed (Bezirk Linz-Land), werden um viel Geld errichtete Pflegeplätze nicht belegt, weil Personal fehlt. Die Bevölkerungsentwicklung wird das Problem noch verschärfen. Innerhalb der nächsten 20 Jahren wird sich die Zahl der Österreicher über 60 Jahre nahezu verdoppeln, damit der Bedarf an Pflege massiv steigen.

"Ursache der Pflegemisere sind die schlechten Arbeitsbedingungen", stellt AK-Präsident Johann Kalliauer fest. Schlechte Bezahlung, hohe körperliche und seelische Belastung sowie Wochenarbeitszeiten im Ausmaß von oft 60 Stunden führen dazu, dass Beschäftigte nach wenigen Jahren wieder aus dem Beruf aussteigen. Gleichzeitig mangelt es am Nachwuchs.

"Der entscheidende Ansatzpunkt zur Bewältigung der Probleme ist der längere Verbleib ausgebildeter Pflegekräfte im Beruf", so Kalliauer. Um das zu erreichen, muss mehr Personal angestellt und Dienstzeiten so geplant werden, dass die Menschen nicht nach wenigen Jahren ausgelaugt den Beruf verlassen. Auch muss die Entlohnung und das immer noch schlechte Image der Pflegeberufe verbessert werden.

"Um den Anforderungen der Zukunft gerecht zu werden, muss auch die Ausbildung auf eine neue Basis gestellt werden", fordert Kalliauer. Ein bundesweit einheitliches System, das einfach, durchschaubar und durchlässig ist sowie planbare Karriereverläufe sollten das Ziel sein. "Leider macht die Regierung das Gegenteil. Sie hat etwa den Pflegeschülern die Schülerfreifahrt gestrichen -kein Anreiz, den Beruf anzustreben", bedauert AK-Präsident Kalliauer.

"Bund und Land können den Pflegenotstand noch abwenden. Das Land Oberösterreich, hier vor allem Finanzreferent Pühringer, muss dafür sorgen, dass im Landesbudget ausreichend Mittel vorgesehen werden", so AK-Präsident Kalliauer.

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