Aktionswoche der Wiener Jugendzentren "Jugend ohne Arbeit"

Tausende Postkarten sind unterwegs zum Wirtschaftskammerpräsidenten Christoph Leitl

Wien (OTS) - "Leider" beeindruckend erfolgreich läuft die Postkartenaktion "Ich möchte gerne FacharbeiterIn werden, aber es gibt keine Lehrstellen!" im Rahmen der Aktionswoche der Wiener Jugendzentren.

Bereits tausende Karten wurden mit den konkreten Namen arbeitssuchender Jugendlicher ausgefüllt, viele der Kids haben zusätzlich noch Kommentare, Anmerkungen und Persönliches angefügt. Hinter jeder dieser Karte steht das Schicksal eines arbeitssuchenden Jugendlichen!

Innerhalb einer halben Stunde fallen Jugendlichen im Jugendzentrum Mextreff 40 (!) Freunde und FreundInnen ein, die keine Lehrstelle haben. Alleine die Jugendzentren im 22. Bezirk sammeln innerhalb weniger Tage über 400 Karten. Daniela Stadler, Jugendzentrum Großfeldsiedlung: "Bei einer einstündigen Straßenaktion am Spitz sind 148 Karten ausgefüllt worden und unsere Kids haben von der U-Bahnaktion am Heimweg noch einmal 29 Karten mitgebracht." Nicht nur die mehr als 30 Einrichtungen der Wiener Jugendzentren beteiligen sich an der Aktion, verschiedenste Jugendeinrichtungen aus ganz Wien forderten Postkarten an.

Termin mit Dr. Leitl am 18. November

Die österreichische Wirtschaftkammer, Adressat der Postkarten, reagierte bereits; bei einem Termin am 18.11. mit Präsident Leitl und dem WK-Wien Chef Walter Nettig werden Gabriele Langer, Geschäftsführerin der Wiener Jugendzentren und Richard Krisch, pädagogischer Leiter, weitere Postkarten übergeben und das Positionspapier der Wiener Jugendzentren "Recht auf Ausbildungsplatz" präsentieren. Die zentralen Bereiche des Papiers umfassen die "finanzielle Absicherung ab dem Zeitpunkt der Lehrstellensuche", "selbständige Ausbildungseinrichtungen mit Lehrabschluss", und "alternative, nicht ausschließlich arbeitsmarktorientierte Beschäftigungsformen". Ziel dieses Treffens ist es auch, die Vertreter der Wirtschaft für eine konkrete Auseinandersetzung mit den betroffenen Jugendlichen zu gewinnen.

"Herr Minister, warum arbeitest Du und ich nicht ? M. 15 Jahre, arbeitslos"

In allen Jugendzentren fanden und finden Aktionen zum Thema "Jugend ohne Arbeit", einem thematischen Projekt zur politischen Bildung, statt.

Inspiriert von den Sprüchen auf den Postkarten und den Plakaten malten Jugendliche den Text "Herr Minister, warum arbeitest Du und ich nicht ?" auf ein Transparent, das an der Fassade der JugendZone 16 angebracht wurde, um auch in der Öffentlichkeit auf die Situation am Lehrstellen- und Arbeitsmarkt aufmerksam zu machen.

Betroffene Jugendliche, Firmen und Lehrlingsausbildner diskutierten im Jugendzentrum Alt Erlaa. Im Jugendtreff MIHO etwa wurde ein Videoprojekt mit Mädchen in zum Thema "Traumberuf" realisiert. Die Bassena am Schöpfwerk gestaltete einen Radiobeitrag über das Reperatur- und Servicezentrum r.u.s.z., das noch im heurigen Jahr 8 Lehrplätze schaffen will.

Flashmob mit Sinn

Hunderte lehrstellensuchende Jugendliche waren zum Abschluss der Aktionswoche im Wiener U-Bahn-Netz unterwegs. Mit grellorangenen Jacken, bedruckt mit dem Slogan "Ich möchte gerne ihre Pension sichern, aber man lässt mich nicht!" machten sie auf ihre Situation aufmerksam. Dadurch konnten die Jugendlichen nicht nur Öffentlichkeit für ihre Situation schaffen; Die Kids waren vom ehrlichen Interesse und der Anteilnahme der PassantInnen an ihrer Situation überrascht. Durch das Zusammentreffen verschiedenster Jugendgruppen aus ganz Wien entstand ein Gefühl der Solidarität und die Jugendlichen spürten, dass sie mit ihrer Situation nicht alleine sind.

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