"Global Campaign for Education" veröffentlicht Schulreport

Österreich erreichte mit Platz 19 von 22 die Note "mangelhaft". AGEZ fordert höhere Ausgaben für Bildung in der "Dritten Welt"

Wien (OTS) - Österreich erhält ein ungenügendes 4 minus in einem neuen "Schulreport", der die finanzielle Unterstützung der reichen Länder zur Beseitigung der Bildungsmisere in den Entwicklungsländern untersucht. Der Bericht wurde heute im Vorfeld des Geberländertreffens, das am 20./21. November in Oslo stattfindet, von der "Global Campaign for Education" veröffentlicht.

Vor drei Jahren haben die Regierungschefs der 22 reichsten Länder in Dakar versprochen, die Finanzmittel zur Verfügung zu stellen, die gebraucht werden, um allen Kindern wenigstens eine Grundschulausbildung zu ermöglichen. Der Bericht ist die erste Analyse, die zeigt, welche Anstrengungen von den einzelnen Ländern bisher unternommen wurden. Österreich liegt dabei auf dem beschämenden 19. Platz, nur drei Länder schneiden noch schlechter ab.

"Im internationalen Vergleich ganz hinten zu liegen, wenn es darum geht, Kindern durch Schulbildung eine Zukunft zu ermöglichen, ist eine Schande für Österreich, als acht reichstes Land der Welt", meint Elfriede Schachner, Geschäftsführerin der AGEZ. "Wir wissen doch, dass Bildung der Schlüssel für Entwicklung ist und bessere Lebenschancen gibt."

Weltweit haben 100 Millionen Kinder keinen Zugang zu einer Grundschulausbildung, weitere 150 Millionen werden ihre Grundschule frühzeitig beenden.

Laut "Global Campaign for Education" sind 5,6 Mrd. Dollar notwendig, um sicherzustellen, dass jedes Kind zur Schule gehen kann. Dies entspricht ungefähr dem, was in drei (!) Tagen weltweit für Militärausgaben aufgewendet wird. Bis jetzt haben die reichen Länder erst 1,4 Mrd. Dollar bereitgestellt.

Wenn die USA nur ein Zehntel der Ausgaben für den Irakkrieg in die Unterstützung von Grundschulbildung investieren würden, könnte jedes Kind auf der Welt zur Schule gehen.

Wenn die Gelder für Grundschulerziehung um soviel erhöht würden, wie amerikanische Eltern für Barbiepuppen ihrer Kinder ausgegeben haben, wäre jedes Kind der Welt in der Schule.

Die "Global Campaign for Education" fordert die Geberländer auf, in Oslo ein verbindliches Versprechen abzugeben, die benötigten 5,6 Mrd. Dollar zur Verfügung zu stellen.

Ohne diese Finanzhilfe ist es den Regierungen der armen Länder, wie z.B. Kenia nicht möglich, Programme zur Verbesserung der Basisausbildung umzusetzen. Kenia hat vor kurzem in den öffentlichen Schulen das Schulgeld abgeschafft, um auch den ärmeren Bevölkerungsschichten den Schulbesuch zu erleichtern. Doch nun fehlen die finanziellen Mittel für die zusätzlichen Schulen, die dringend benötigt werden.

Die "Global Campaign for Education" ist ein breiter Zusammenschluss von Organisationen, die im Bereich der Entwicklungszusammenarbeit tätig sind.
http://www.campaignforeducation.org

Weitere Infos sowie den vollständigen Bericht erhalten Sie bei:

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Rudolf Remler, Dreikönigsaktion der Katholischen Jungschar,
remler@dka.at, Tel.: 0676/88011-1070
Elfriede Schachner, AGEZ,
agez-office@utanet.at, Tel.: 0699 107 66 216

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