GPA zu Banken-Entgeltgesprächen: Ziele müssen außer Streit stehen

Mediale Zurufe der Arbeitgeber sind für Reform kontraproduktiv

Wien (GPA). "Die heute stattfindenden Gespräche über eine Gehaltsreform im Kreditsektor können nur dann erfolgreich in echte Verhandlungen übergeführt werden, wenn die gemeinsamen Zielvorstellungen außer Streit stehen", erklärt die stellvertretende Geschäftbereichsleiterin der GPA, Claudia Kral-Bast, zu den heute stattfindenden Gesprächen zwischen der Gewerkschaft der Privatangestellten (GPA) und den fünf Arbeitgeberverbänden des Kreditsektors.++++

Kral-Bast betont den Gesprächscharakter der heutigen Zusammenkunft und erinnert an die im Juli 2002 getroffene Vereinbarung, nach der unmittelbare Einsparungseffekte nicht im Vordergrund stünden und auch nicht das Motiv der Reformvorhaben seien. "Will man echte Verhandlungen führen, so brauchen wir einen Verhandlungspartner, der gemeinsam erarbeitete Ziele und Zwischen-ergebnisse außer Streit stellt", so die stellvertretende Geschäftsbereichsleiterin der GPA.

Die in regelmäßigen Abständen getätigten öffentlichen Zurufe der Arbeitgeber, die auf die finanziellen Belastungen des Kollektivvertrages verweisen, seien nicht nur sachlich nachweislich unrichtig; sie würden sich auch extrem negativ auf das Gesprächsklima und die Stimmung der Beschäftigten in der Finance-Branche auswirken, so Kral-Bast. Mit konkurrenzpolitisch motivierten Ränkespielen zwischen einzelnen Vorständen beschäftige sich die GPA derzeit nicht. Die GPA werde dafür sorgen, dass das Geplänkel zwischen den Arbeitgeberverbänden nicht auf Kosten der Beschäftigten ausgetragen werde.

"Unser Reformziel bleibt ein innovatives, motivationsförderndes Entgeltsystem, das Erfahrung und Kompetenz der MitarbeiterInnen angemessen honoriert. Dafür werden wir eine verlässliche Partnerin sein. Mit einem Sparprogramm ist das keinesfalls vereinbar. Die GPA wird dafür sicher nicht zur Verfügung stehen. Die Verhandlungen haben nur dann Aussicht auf Erfolg, wenn ein neues Entgeltmodell breite Akzeptanz der Betroffenen finden kann."

Kral-Bast betont auch die Unabhängigkeit der morgen beginnenden Gehaltsrunde von den laufenden Entgeltgesprächen. Die positiven Quartalsberichte der Geldinstitute ließen ein gutes Ergebnis der KV-Runde 2004 erwarten, mit dem die Reihe der in diesem Herbst erfolgreich verhandelten GPA-Abschlüsse fortgesetzt werden könne, so Kral-Bast abschließend.

ÖGB, 17. November 2003
Nr. 966

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