Sägeindustrie: Konjunkturaussichten für die kommenden Monate stabil

Erstmals Treffen der Repräsentanten der Produzenten- und Konsumentenländer der Europäischen Organisation der Sägewerke (EOS)

Wien (PWK808) - Mit stabilen Konjunkturaussichten für die
kommenden Monate präsentiert sich die heimische Sägeindustrie. Laut der Markterhebung des Fachverbandes vom Oktober sind die Sägen im Schnitt mit 2,9 Monatsproduktionen an Rundholz eingedeckt. Der gewichtete Durchschnittspreis bei einer erfassten Gesamtmenge von über 600.000 fm des eingekauften Rundholzes frei Waldstraße betrug im September EUR 57,57 pro Festmeter und ist somit um EUR 2,75 seit Juli gefallen. Der Preis frei Werk lag bei EUR 65,83. Die Einschätzung der Schnittholzmärkte für die kommenden Monate ist nicht negativ. 95% der Betriebe melden eine gleichbleibende Tendenz des Schnittholzabsatzes bis Dezember 2003. Für die nächsten Monate ist ein gleichbleibender Lagerstand zu erwarten.

Der Inlandsmarkt läuft zufriedenstellend. Der durchschnittliche Schnittholzerlös netto
ab Säge für im September 2003 verkaufte Ware lag bei EUR 147,89 pro Kubikmeter
und hat sich damit um EUR 3,77 gegenüber Juli dieses Jahres verschlechtert.
Der Preis für Hackgut o. R. netto ab Sägewerk betrug im September EUR 9,01 pro
Raummeter und ist somit seit Juli stabil. Für Sägespäne wurde im September durchschnittlich EUR 5,13 pro Raummeter netto ab Sägewerk erzielt.
Die Auslastung der Produktionsanlagen ist gut und wird von 62% der Betriebe bis
Dezember 2003 bestätigt. Der Export von Nadelschnittholz in Österreich ist bis Juli des heurigen Jahres um 8,7% auf 4 Mio. m³ gegenüber dem Vergleichszeitraum 2002 gestiegen. Produktionspausen in den Sommermonaten zeigen einen leichten Rückgang des hohen Exporttrends Mitte dieses Jahres.

Die Ausfuhr nach Deutschland ist gegenüber dem Vergleichszeitraum (1-07/2002:
263.000 m³) im Jahr 2002 stabil. In den letzten Monaten konnte in Deutschland wieder
mehr abgesetzt werden. In Japan konnten die Mengen auf 290.851 m³ um 11,2% gegenüber dem Vergleichszeitraum (1- 07/2002: 263.000 m³) gesteigert werden. Der starke Euro erschwert weiterhin den Absatz von österreichischem Schnittholz in den USA. Ein Minus von über 35 % im Vergleichszeitraum (1- 03/2002) konnte dennoch wieder auf -18%, dass sind 167.094 m³, im Vergleichszeitraum (1- 07/2002) herangeführt werden. Die Mengen konnten in den USA wieder gut untergebracht werden, allerdings ist der Erlös auf Grund der Strafzollproblematik mit Kanada weiterhin unbefriedigend.

Stabilisierend wirkt der Italienmarkt, der auf 2,7 Mio. m³ (+13,2%) angewachsen ist.
Der italienische Markt läuft demnach zufriedenstellend, wobei festgestellt werden
muss, dass die IV/V Ware zunehmend unter Preisdruck steht. Die Preistendenz bis
Dezember 2003 wird bei allen Sortimenten durchgehend stabil beurteilt, dies gilt insbesondere auch für Spannerseitenware 12-17mm. Gleichzeitig startet mit Italien eine neue Marketingoffensive unter promo_legno. Zur Finanzierung dieser kontinuierlichen gemeinsamen Holzwerbung wird ab dem 1.Jänner 2004 ein Beitrag - zu gleichen Teilen vom österreichischen Exporteur und dem italienischen Importeur - auf alle Holzlieferungen aus Österreich eingehoben. Nähere Informationen unter www.promolegno.com.

Auf internationaler Ebene fand vor kurzem erstmals ein Treffen der Repräsentanten der Produzenten- und Konsumentenländer der Europäischen Organisation
der Sägewerke (EOS) statt, bei dem gemeinsam die Marktgegebenheiten der Sägeindustrie diskutiert wurden. An dieser Vorstandssitzung, die parallel zur Europäischen Nadelschnittholzkonferenz durchgeführt wurde, hatten neben den Vertretern der EOS-Mitgliedsverbände auch Repräsentanten der Sägeindustrie aus den USA, Kanada und Lettland teilgenommen. Erstmals konnten Produzenten und Konsumenten gemeinsam die Marktgegebenheiten diskutieren. In der EOS sind die Sägewerksverbände aus Österreich, Belgien, der Tschechischen Republik, Finnland, Frankreich, Deutschland, Italien, Norwegen, Russland, Schweden und der Schweiz organisiert.

Nach Schätzungen der EOS wird sich die Nadelschnittholzproduktion in den Mitgliedsländern im laufenden Jahr um etwa 2 % auf 90,8 Mio m³ erhöhen. Als problematisch werden von der EOS die starken Währungskursschwankungen zwischen Euro und US-Dollar gesehen, die erheblichen Einfluss auf die Exportmöglichkeiten europäischer Hersteller haben und haben werden. In diesem Zusammenhang forderte der Verband die europäischen Behörden und die Europäische Zentralbank auf, den Wert des Euro durch entsprechende Maßnahmen zu stabilisieren und auf ein erträgliches Maß unter € 1,00 = $ 1,10 zurückzuführen. Dadurch sollen die bestehenden Exportmöglichkeiten der einheimischen Unternehmen sowie deren Wettbewerbsfähigkeit gegenüber Billigimporten aus Drittländern erhalten
werden.

Vor dem Hintergrund der aktuellen Marktentwicklungen hat der Vorstand insbesondere
auch eine Initiative verschiedener europäischer Holzabsatzförderungsorganisationen,
zukünftig stärker zusammenarbeiten zu wollen, begrüßt. Die im Rahmen des
sogenannten European Timber Councils gestartete Initiative wird von der EOS unterstützt. (us)

Rückfragen & Kontakt:

Wirtschaftskammer Österreich
Presseabteilung
Mag. Ulrike Sporer
Tel.: (++43-1) 0590 900-4161
Fax: (++43-1) 0590 900-263
presse@wko.at
http://www.wko.at/Presse

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | PWK0002