"profil": Geheimes Protokoll belegt Vorgehensweise der ÖIAG-Führung bei geplantem Voest-Verkauf an Magna

Aussagen der ÖIAG-Chefs vor parlamentarischem Untersuchungsausschuss über Vorgehensweise im heurigen Frühjahr - SP-Kräuter: Alfred Heinzel solle "sofort den Hut nehmen"

Wien (OTS) - Das Nachrichtrenmagazin "profil" zitiert in seiner Montag erscheinenden Ausgabe aus einem geheimen Protokoll des "kleinen parlamentarischen Untersuchungsausschusses" vom 5. November. In dieser Sitzung mussten der Chef des ÖIAG-Aufsichtsrates Alfred Heinzel und die ÖIAG-Vorstände Peter Michaelis und Rainer Wieltsch Rede und Antwort stehen. Auf die Frage der Opposition, ob Heinzel eine Unvereinbarkeit zwischen der Rolle Siegfried Wolfs als ÖIAG-Aufsichtsrat und dessen Funktion beim Voest-Kaufinteressenten Magna sähe, und wie sich das Projekt "Minerva" zugetragen habe, sagte Heinzel (laut Protokoll): "Herr Wolf hat zu mir gesagt - das muss irgendwann Ende April gewesen sein - Ich möchte wissen, was ist das Privatisierungsvorhaben, um zu prüfen, ob wir als Magna Interesse haben könnten. (...) Ich habe zu Herrn Wolf gesagt: Ich würde direkt mit dem Vorstand der ÖIAG sprechen. Herr Wieltsch kann das in der Folge auch mitteilen. Und Herr Wolf hat zu mir gesagt, damit kein Fehler passiert, will er das selbst nicht machen, sondern wird seinen Finanzvorstand schicken."

ÖIAG-Vorstand Rainer Wieltsch bestätigte im weiteren Verlauf der Ausschusssitzung, dass er sich zweimal mit dem Magna-Finanzveranwortlichen getroffen habe. Heinzel verteidigt sich dann noch damit, dass Wolf "in jeder Diskussison, wie wir gehabt haben, von selbst (Anm.: aus dem Raum) gegangen" sei und dass die Vorgangsweise "keinen Schönheitspreis" verdiene. Er persönlich würde, "wenn es auch nur die Absicht geben könnte, wahrscheinlich in so einen Aufsichtsrat gar nicht hineingehen".

Der sozialdemokratische Abgeordnete Günther Kräuter, von "profil" mit dem Sitzungsprotokoll konfrontiert, fordert jetzt, dass "Heinzel sofort den Hut nimmt" und Wolf von Finanzminster Grasser aus der ÖIAG abberufen wird.

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