Europas größter Apotheker-Fortbildungskongress

Austria Center Vienna, 15. / 16. Nov. 2003

Wien (OTS) - Gynäkologie ist das Hauptthema der diesjährigen zentralen Fortbildungstagung der Österreichischen Apothekerkammer in Salzburg und Wien, mit weit über 1.200 Teilnehmern ist das der größte Apothekerkongress seiner Art in ganz Europa. Neben neuen Arzneimitteln werden die Themen Verhütung, Wechselbeschwerden, der Problemkreis Hormontherapie sowie die nun immer öfter von Frauen bevorzugten Phytoöstrogene behandelt.

Ein zentraler Schwerpunkt der Tagung ist dem Thema "Arzneimittel in Schwangerschaft und Stillzeit" gewidmet. Seit dem Contergan-Skandal sind Frauen und auch viele Ärzte verunsichert, wenn es um die Frage nach einer Arzneimitteltherapie während der Schwangerschaft geht. Schon ganz simple Kopfwehtabletten können gefährlich sein, andererseits gibt es eine Reihe von Präparaten, die völlig unbedenklich eingesetzt werden können. Apotheker sind an den neuesten Forschungsergebnissen in dem Bereich besonders interessiert, da sie als Arzneimittelfachleute diese kompetenten Informationen dann weitergeben können.

Und was leider immer noch nicht allgemein bekannt ist: Es gibt teilweise beachtliche geschlechtsspezifische Unterschiede bei Arzneimittelwirkungen. In der Medizin werden geschlechtsspezifische Erkrankungen entsprechend behandelt: Brustkrebs und Schwangerschaft beim Gynäkologen, Erkrankungen der Prostata beim Urologen. Nicht jede Therapie ist für beide Geschlechter gleichermaßen wirkungsvoll, Krankheitszustände werden sehr verschieden erlebt und Medikamente können höchst unterschiedliche Wirkungen entfalten. Es ist schon auf den ersten Blick plausibel, dass beispielsweise während des Monatszyklus oder während der Schwangerschaft eine andere Behandlung angebracht ist als eine gleiche Symptomatik, mit der sich ein männlicher Patient in der ärztlichen Praxis vorstellt.
Inzwischen hat sich aber die Erkenntnis durchgesetzt, dass Frauen tatsächlich bei vielen Erkrankungen anders krank werden als Männer und dass gerade in der Medizin neue Behandlungsansätze notwendig sind. Diese Kenntnisse sind für Apothekerinnen und Apotheker in der täglichen Praxis sehr wichtig, denn nur die wenigsten Beipackzettel enthalten zum Beispiel Dosierungsanleitungen nach Körpergewicht oder spezielle Hinweise für Frauen, die über die Angaben bei Einnahme während der Schwangerschaft hinausgehen.

Gesundheit darf nicht vom Geschlecht abhängig sein. Im Herbst 2002 hat der dritte Weltkongress "Gender & Health" in Wien eindrucksvoll offengelegt: Frauen sind in aller Welt zwar gesundheitsbewusster, ihre schlechteren Lebensbedingungen bilden aber Barrieren beim Zugang zur Versorgung. Häufig werden sie auch mit konservativeren und billigeren Verfahren behandelt; so erhalten sie erst später als Männer eine Nierendialyse und eher Medikamente statt einer Herzoperation. Die WHO verlangt deshalb eine geschlechtsorientierte Politik im Gesundheitswesen, doch frauenspezifische Medizinforschung ist noch nicht überall verwirklicht. Deshalb fordert Dr. Christiane Körner, Vizepräsidentin der Österreichischen Apothekerkammer, anlässlich dieser den Frauen und den frauenspezifischen Erkrankungen vorbehaltenen Tagung auf, Gender Mainstreaming in der Pharmazie zu fördern. Und zwar durch neue Wege in Diagnose und Therapie, neue und bessere frauenspezifische Arzneimittelstudien, um so die besondere Physiologie der Frau in der Medizin in Zukunft angemessen berücksichtigen zu können.

Programm der Apotheker-Fortbildungstagung im Austria Center Vienna:
SAMSTAG, 15. NOVEMBER 2003

1. SESSION

10.00 Uhr Neue Arzneimittel am Markt Univ.-Prof. Dr. Helmut Spreitzer (Wien) 11.00 Uhr Antikonzeptiva Univ.-Prof. Dr. Doris Gruber ca. 12.00 Uhr ENDE DER 1. SESSION

2. SESSION

15.00 Uhr BEGRÜSSUNG UND ERÖFFNUNG 15.15 Uhr Endokrinologie der gebärfähigen Frau Univ.-Prof. Dr. Hans Helmut Pusch (Graz) Hormonelle Regulation, Menstruationsstörungen, Fertilität- Sterilität, Reproduktionsmedizin 16.00 Uhr Menopause, Post-Menopause: Hormontherapie Prim. Dr. Hans Concin (Bregenz) ca. 17.00 Uhr PAUSE 17.30 Uhr Arzneimittel in Schwangerschaft und Stillzeit Dr. med. Christof Schäfer (Berlin)

Die Beratung der Schwangeren zum Arzneirisiko - Arzneimittel der Wahl für ausgewählte Erkrankungen - Das Dilemma der Risikobewertung zwischen Produktinformation und Therapieverpflichtung

18.15 Uhr Häufige Themen und Fragestellungen im Alltag einer gynäkologisch-geburtshilflichen Ordination Dr. Gudrun Lorenz-Eberhardt (Graz)
Vorsorge und Patientinnenbetreuung im niedergelassenen Bereich
ca. 19.00 Uhr ENDE DER 2. SESSION

SONNTAG, 16. NOVEMBER 2003 3. SESSION 9.00 Uhr Phytoöstrogene Univ.-Prof. Dr. Liselotte Krenn (Wien) Das präventive und therapeutische Potential von Pflanzenstoffen mit

östrogener Wirkung - Ernährungs- und Gesundheitsaspekte -Strukturelle Voraussetzungen, Vorkommen, Metabolisierung und Wirkungen

10.00 Uhr Diagnostik und Therapie gynäkologischer Tumoren Prim. Univ.-Prof. Dr. Christian Kainz (Wien)
Diagnose und Therapie des Zerixkarzinom - Diagnose und Therapie des Ovarialkarzinom - Innovative Therapiekonzepte

ca. 11.00 Uhr PAUSE

11.30 Uhr Stammzellen Univ.-Prof. Dr. Gottfried Dohr (Graz) Embryonale und adulte Stammzellen im wissenschaftlichen Experiment und therapeutischen Einsatz - ethische Aspekte der Reproduktionsmedizin - Klonen

ca. 13.00 Uhr ENDE DER VERANSTALTUNG

Rückfragen & Kontakt:

Mag.Franz Biba
Österreichische Apothekerkammer
Information und Fortbildung
A-1090 Wien, Spitalgasse 31
Tel. (01)40414-136
Homepage: www.apotheker.or.at

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