Wirtschaftskammer Niederösterreich: Innovationspreis 2003 verliehen

Befundworkstation zur medizinischen Bildbearbeitung siegte

Wien (OTS) - Innovation hat viele Facetten und ist in allen Bereichen der Wirtschaft anzutreffen. Wie viel Erfindergeist in Niederösterreichs Unternehmern aber tatsächlich steckt, bewiesen die blaugelben "Superhirne" beim heurigen Wettbewerb um den 16. NÖ Innovationspreis wieder einmal besonders eindrucksvoll. Der diesjährige Sieger: Mit der Entwicklung der Befundworkstation J-Vision DIAGNOST der Firma Tiani Medgraph AG, Brunn am Gebirge, wurde ein weiterer Meilenstein in der medizinischen Bildverarbeitung gesetzt.

So viele eingereichte Innovationen wie heuer gab es noch nie:
Dieses Jahr hat eine unabhängige Experten-Jury aus über 70 Teilnehmern die 45 interessantesten Projekte von Unternehmen ausgewählt und nach fünf verschiedenen Kategorien ("Elektronik und Software", "Verfahrenstechnik", "Maschinenbau", "Bautechnik" sowie "Lebensqualität und Gesundheit") bewertet. Sie alle wurden mit Innovationsurkunden des Landes und der Wirtschaftskammer Niederösterreich ausgezeichnet.

Als innovativstes Projekt im "Wettstreit der besten niederösterreichischen Innovateure" wurde die Befundworkstation

J-Vision DIAGNOST, die mittels PC basierter 3D-Visualisierung eine rasche und kostengünstige Analyse von medizinischen Daten ermöglicht, am 12. November in Krems mit dem Karl Ritter von Ghega-Preis ausgezeichnet.

Landesrat Ernest Gabmann und Niederösterreichs Wirtschaftskammerpräsidentin Sonja Zwazl überreichten dem siegreichen Firmenchef Franz Tiani die Ernennungsurkunde sowie einen 10.000-Euro-Scheck.

"Innovationskraft in den Unternehmen und die Entwicklung neuer Technologien zählen zu den Schlüsselkompetenzen einer modernen Wirtschaft", stellte Wirtschaftslandesrat Ernest Gabmann fest. Daher müssten Innovation und Technologie auch einen besonderen Platz im Förderangebot des Landes einnehmen. Seit März 2002 gibt es daher in Niederösterreich die "Innovativen Maßnahmen", ein mit EU-Kofinanzierung entwickeltes Wirtschaftsförderungsprogramm, das laut Gabmann jenen Unternehmen helfen soll, denen es an der Umsetzung kreativer Ideen mangelt.

Als Motor der heimischen Wirtschaft bezeichnete die niederösterreichische Wirtschaftskammerpräsidentin Sonja Zwazl die innovativen Leistungen der Preisträger. Denn gerade sie, so Zwazl, seien maßgeblich an der künftigen Weiterentwicklung des Wirtschaftsstandortes Niederösterreich beteiligt.

"Innovation ist viel mehr als eine schnelllebige Erfindung. Hier geht es für die Unternehmen vor allem darum, Bestehendes zu hinterfragen, Gewohnheiten zu brechen und die daraus entstehenden Visionen zu Lösungen zu formen", bringt es die Präsidentin klar auf den Punkt. Dieser Prozess brauche aber Zeit - eine wertvolle Ressource, die bei immer kürzer werdenden Produktlebenszyklen und dem immer hektischeren Tagesgeschäft oft nur schwer aufzubringen ist, weiß sie.

Zwazl wörtlich: "Wenn Sie sich dafür die Zeit nehmen, können auch wir mit unserer Zeit dazu beitragen. Dieser beiderseitige Aufwand ist gut investiert, denn er trägt dazu bei, rechtzeitig jene Innovationen anzugehen, die langfristig die wirtschaftliche Wettbewerbssituation Niederösterreichs absichern helfen."

"Nicht zuletzt sind aber auch die Förderungen des Landes und die von der Wirtschaftskammer initiierten Beratungen, vor allem durch die Technologie- und Innovationspartner (TIP), für die Erfolge des "Innovationslandes Niederösterreich" verantwortlich, ist Zwazl überzeugt. "Hier kommt wieder die gesamte Palette der TIP-Unterstützung zum tragen. Informationsbeschaffung und der Zugang zu Förderstellen zählen ebenso dazu wie wiederum die praxisorientierte Unterstützung durch Berater und Forschungseinrichtungen.

Wie solche Lösungen in all ihrer Vielfalt letztlich aussehen können, dokumentieren die zum "Innovationspreis 2003" eingereichten Projekte. "Ob Sie nun den Weg zur erfolgreichen Innovation alleine finden oder auf unser Service zurückgreifen, ist letztlich unerheblich. Wir tragen jedenfalls gern unseren Teil dazu bei. Vielleicht fällt damit manches leichter und sie sparen wertvolle Zeit."

Projektbeschreibung der Befundworkstation J-Vision DIAGNOST zur medizinischen 3D-Bildbearbeitung und Analyse:

Mit der Entwicklung der Befundworkstation J-Vision DIAGNOST ein weiterer Meilenstein in der medizinische Bildverarbeitung gesetzt. Dieses auf Java basierende System erlaubt die vollständige Integration von traditioneller 2D Bildbetrachtung und modernen 3D Visualisierungs- und Analyseverfahren. Bisher mussten zu diesem Zweck teure Spezialworkstations für die unterschiedlichen Anwendungen betrieben werden. Der Arbeitsablauf wurde dadurch wesentlich behindert und zusätzliche Kosten verursacht. Das innovative Konzept von TIANI Medgraph ermöglicht die direkte Integration von komplexen Auswertungs- und Visualisierungsfunktionen auf PC basierten Systemen in die klinische Routine.

Advanced Vessel Analysis

Blutgefäßuntersuchungen mittels Computer Tomographie Angiographie (CTA) zählen zu den wichtigsten Untersuchungsmethoden in der täglichen klinischen Routine. Jedoch standen bisher lange Nachbearbeitungszeiten einer effizienten Befunderhebung von Gefäßanomalien, wie Stenosen, Occlusionen und Verkalkungen, im Wege. Eine neue von TIANI Medgraph entwickelte Methode zur automatischen Identifizierung der Blutgefäße reduziert die Nachbearbeitungszeit von über einer Stunde auf wenige Minuten.

Hybrid Volume Rendering

Anatomische Strukturen im menschlichen Körper weisen unterschiedliche Charakteristika in den akquirierten Daten auf. Um Pathologien zuverlässig diagnostizieren zu können müssen jeweils geeignete Visualisierungstechniken angewandt werden. Die objektbezogene Kombination unterschiedlicher Darstellungsverfahren erhöht signifikant die Aussagekraft der Auswertung.

Multi-Modality Fusion

Verschiedene Modalitäten weisen unterschiedliche Sensitivität bezüglich Pathologien und anatomischen Merkmalen auf. Die Befundworkstation J-Vision DIAGNOST unterstützt die vollautomatische Fusion von Datensätzen unterschiedlicher Modalitäten basierend auf korrespondierende Merkmale. Somit können die wichtigsten Informationen aus den jeweiligen Daten kombiniert und genutzt werden. Eine wichtige Voraussetzung ist hierbei, dass die Lage des Patienten auf Bruchteile von Millimetern abgeglichen werden muss.

Weitere Preisträger

Das Spektrum der prämiierten Innovationsprojekte aus den Sparten "Elektronik und Software", "Verfahrenstechnik", "Maschinenbau", "Bautechnik" sowie "Lebensqualität und Gesundheit" spiegelt das enorme Innovationspotential der niederösterreichischen Betriebe wider. Es reicht von einem Reinigungsverfahren für Erdölverunreinigungen über einen speziell dehnungsaktiven Ledertyp für Lenkräder in der Automobilindustrie und eine digitale Kinobjektiv-Baureihe bis hin zum XSOXBoy-Socken- und Strumpfanzieher.

Ausschlaggebend für die Preisverleihung waren neben dem Innovationsgrad auch der Nutzen des Projekts, die Marktchancen, die volkswirtschaftlichen Effekte sowie die ökologischen Auswirkungen.

In den einzelnen Bereichen wurden schon wie im Vorjahr Kategoriesieger ermittelt.

Die Preisträger sind:

Elektronik und Software: 9 Innovationsurkunden. Kategoriesieger:
Moeller Gebäudeautomation KG, für ein Funksystem zur Gebäudeautomatisierung.

Verfahrenstechnik: 9 Innovationsurkunden. Kategoriesieger:
FabaClean für ein Reinigungsverfahren für Erdölverunreinigungen.

Maschinenbau: 10 Innovationsurkunden. Kategoriesieger: SBI Produktion GmbH für Dehnelemente für Breitschlitzdüsen.

Bautechnik: 9 Innovationsurkunden. Kategoriesieger: Wopfinger Baustoffein-dustrie GmbH für ein neues Bindemittel für die Betonherstellung.

Lebensqualität und Gesundheit: 8 Innovationsurkunden. Kategoriesieger: CareDiagnostica für einen Selbsttest zur Feststellung der Menopause.

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