Haberzettl: "Am Freitag ist alles möglich"

Streikgremium fällt heute Nachmittag Entscheidung über weitere Streiks

Wien (ÖGB). Die Frage, ob und wann der Streik weitergeführt werde, blieb von Seiten des Vorsitzenden der Gewerkschaft der Eisenbahner, Wilhelm Haberzettl, am Donnerstag in der Pressekonferenz des ÖGB unbeantwortet: "Das hängt einzig vom Streikgremium ab". "Wir werden nach Möglichkeit die Pendler am Freitag nach Hause führen, aber nach den gestrigen Meldungen des Vizekanzler ist das schwierig." Am Mittwoch habe Vizekanzler Gorbach erneut die Kompromissvorschläge der Eisenbahnergewerkschaft zur ÖBB-Reform abgelehnt, präzisierte Haberzettl. "Unsere Vorschläge wurden einfach vom Tisch gewischt." Deshalb werde es "schwer, eine amikale Lösung zu finden". ++++

Volle Unterstützung findet der Eisenbahner-Streik bei den anderen Gewerkschaften. Wolfgang Katzian, Bundesgeschäftsführer der GPA kritisiert die "brutale Vorgangsweise" der Bundesregierung, die mit Eingriffen in Dienstverträge den Rechtsstaat in Frage stellten.

Gerhard Hennerbichler, Zentralsekretär der Gewerkschaft Druck, Journalismus, Papier (DJP), bezeichnete die Vorgangsweise der Regierung als "brutalen Anschlag auf das Arbeitsrecht" und monierte vor allem die "jämmerliche Diskussion über Privilegien": "Wo sind die Privilegien eines Verschiebers, der Tag und Nacht, bei jedem Wetter seinen Dienst versieht?"

Auch Rainer Wimmer, stellvertretender Vorsitzender der Gewerkschaft Agrar-Nahrung-Genuss (ANG) kritisierte den geplanten gesetzlichen Eingriff in die Kollektivverträge: "Das hat es in der zweiten Republik noch nie gegeben." Die Regierung suche die Eskalation und gieße trotz der Kompromissvorschläge seitens der Gewerkschaft ständig Öl ins Feuer. Wimmer: "Die ANG steht voll und ganz hinter den Eisenbahnern." (bm) (Forts.)

ÖGB, 13. November 2003
Nr. 955

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