WKÖ: Gehäufte Anfragen zu Zahlscheinwerbung im Stil einer fälligen Rechnung

Schreiben im Stil einer fälligen Rechnung über 240 Euro für Aufnahme in Internet-Branchenverzeichnis - WKÖ: Lediglich ein Anbot, keine Zahlungspflicht

Wien (PWK798) - "Zahlreiche Mitglieder haben uns verständigt,
dass ihnen Zahlscheine einer Firma ‚Herold Inc.’ über den Betrag in der Höhe von 240 Euro für eine Eintragung in ein Internet-Branchenverzeichnis namens eu-branchenverzeichnis.com zugegangen sind", wissen Huberta Maitz-Strassnig und Manfred Grünanger von der Rechtspolitischen Abteilung in der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ). Bei der Zahlscheinwerbung der Herold Inc. handle es sich aber lediglich um ein Anbot, eine Zahlungspflicht bestehe keinesfalls. "Wir empfehlen eine genaue Überprüfung der im Stil einer fälligen Rechnung ausgestellten Offerte. Besonders betroffen sein könnten jene Unternehmen, die tatsächlich bei Herold Business Data kostenpflichtige Eintragungen haben und jetzt eine Rechnung erwarten", so die WKÖ-Rechtsexperten. Unternehmen, die bereits eine Zahlscheinwerbung erhalten und diesbezüglich Fragen haben, wenden sich am besten an ihre zuständige Landeskammer.

Eine Abfrage auf www.internic.net hat ergeben, dass der Domain-Name für eu-branchenverzeichnis.com in den Vereinigten Staaten registriert ist. Die Homepage "liegt" auch auf einem amerikanischen Server. In Österreich gibt es laut Auskunft des KSV keine unter "Herold Inc." registrierte Firma. Das österreichische Recht (§ 28a UWG) sieht vor,
dass es verboten ist, im geschäftlichen Verkehr zu Zwecken des Wettbewerbs für Eintragungen in Verzeichnisse, wie etwa Branchen-, Telefon- oder ähnliche Register, mit Zahlscheinen, Erlagscheinen, Rechnungen, Korrekturangeboten oder ähnlichem zu werben oder diese Eintragungen auf solche Art unmittelbar anzubieten, ohne entsprechend unmissverständlich und auch graphisch deutlich darauf hinzuweisen, dass es sich lediglich um ein Vertragsanbot handelt.

Herold Business Data weist ausdrücklich darauf hin, dass diese Zahlscheinsaussendungen nicht von ihm veranlasst wurden und es in keinerlei Zusammenhang mit dem Unternehmen Herold Inc. steht. Mit den Zahlscheinen werde aber eine Assoziation mit den Produkten von Herold Business Data - den Gelben Seiten und dem österreichischen Telefonbuch - provoziert. Daher werden rechtliche Schritte gegen diese Art der Zahlscheinwerbung geprüft. Herold Business Data warnt insbesondere vor Firmen, die österreichische Unternehmen mit ihren bereits in den Gelben Seiten von Herold erschienenen Inseraten beschicken und auf diese Art und Weise Aufträge für ihre eigenen Publikationen erlangen wollen. (JR)

Rückfragen & Kontakt:

Wirtschaftskammer Österreich
Abteilung für Rechtspolitik
Mag. Huberta Maitz-Strassnig
Tel.: (++43-1) 0590 900-4296
Dr. Manfred Grünanger
Tel.: (++43-1) 0590 900-4075
http://www.wko.at/Presse

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