Tumpel fordert mehr Plätze im Auffangnetz zur Jugendausbildung

Noch immer 9.700 Lehrstellen Suchende - Regierung tut zu wenig

Wien (AK) - "Die Regierung muss rasch das Auffangnetz zur Jugendausbildung von 5.500 auf 7.000 Plätze aufstocken", verlangt AK Präsident Herbert Tumpel, "sonst ist ihr Versprechen wertlos, dass alle Lehrstellen Suchenden zumindest einen Platz im Auffangnetz bekommen." Ende Oktober suchten 9.700 Jugendliche eine Lehrstelle -für sie bietet die Wirtschaft nur noch 2.400 offene Lehrstellen. Zusätzlich brauchen 1.000 Jugendliche einen Ausbildungsplatz, die jetzt im November bereits 10 Monate Ausbildung im Auffangnetz 2002/2003 hinter sich haben. Ihnen muss die Wirtschaft einen Platz bis zum Lehrabschluss bieten - oder der Wirtschaftsminister verlängert ihre Auffangnetz-Ausbildung bis zum Abschluss, verlangt Tumpel. Er kritisiert, dass der Regierung bisher außer der so genannten Modularisierung der Lehre nichts Neues zur Lösung der Lehrstellenkrise eingefallen ist: "Die Regierung soll auf die Arbeiterkammer hören und endlich etwas für die Jungen tun." Konkret verlangt Tumpel einen Lastenausgleich zwischen nicht ausbildenden und ausbildenden Betrieben - und grundsätzlich wieder Auffangetz-Ausbildungen, die bis zum Lehrabschluss führen.

"Die Jungen brauchen wieder Chancen auf dem Arbeitsmarkt", sagt Tumpel, "wenn die Wirtschaft nur nach Fachkräften schreit, aber nichts für die Ausbildung tut, hilft die Aufteilung der Lehre in mehrere Module allein nichts." Von den 9.700 Lehrstellen Suchenden brauchen 6.300 sofort eine Lehrstelle. 3.400 sind noch in kurzfristigen Arbeitsmarktservice-Kursen (die übrigens nicht zum Auffangnetz gehören) und werden demnächst eine Ausbildung brauchen. Zusätzlich 1.000 Junge werden jetzt im November eine Lehrstelle im zweiten Lehrjahr suchen - sie schließen gerade eine 10-monatige Ausbildung im Auffangnetz zur Jugendausbildung ab. "Da ist es zu wenig, wenn die Wirtschaft nur noch 2.400 Lehrstellen quer durch Österreich bietet und der Wirtschaftsminister lediglich 5.500 Plätze in 10-monatigen Auffangnetz-Lehrgängen verspricht", sagt Tumpel.

Tumpel verlangt von der Regierung eine rasche Lösung der Lehrstellenkrise - und die Lösung soll dauerhaft sein. "Es reicht nicht, sich lediglich jedes Jahr Geld für 10-monatige Auffangnetz-Lehrgänge abringen zu lassen", kritisiert Tumpel. Er verlangt, dass die Regierung das Zukunftspaket der AK für die Jungen umsetzt:

+ Das Auffangnetz muss sofort auf 7.000 Plätze aufgestockt werden - und es soll von vornherein fix sein, dass jedes Jahr ein Auffangnetz mit ausreichend Plätzen eingerichtet wird. Außerdem muss im Auffangnetz wieder der Lehrabschluss möglich sein - so wie in den Lehrlingsstiftungen, die die Regierung hat auslaufen lassen.

+ Die Unternehmer sollen ausbilden oder für Ausbildung zahlen:
Tumpel verlangt einen Lastenausgleich zwischen nicht ausbildenden und ausbildenden Betrieben. Mitzahlen sollen die Betriebe auch für besondere selbstständige Ausbildungseinrichtungen, die in Zukunftsberufen ausbilden, für die die Unternehmer zu wenig Plätze bieten.

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