Rathaus-Skulpturen im Wien Museum

Wien (OTS) - Sie stehen hoch oben auf den Gesimsen des Wiener Rathauses und sind daher im Detail kaum wahrzunehmen: die Skulpturen, die den Prunkbau aus der Ringstraßenzeit schmücken und sich auf die Geschichte und Entwicklung der Stadt, aber auch auf symbolische und allegorische Themen beziehen. Jetzt sind im Wien Museum Karlsplatz die Modelle zu den von 26 Künstlern errichteten Rathausskulpturen zu sehen. Die Ausstellung "Wiener Stolz" bietet bis 11. Jänner 2004 Gelegenheit, sich anhand der Gipsmodelle und begleitender Planungsdokumente zum Bau des Wiener Rathauses diesem Kapitel der Stadtgeschichte anzunähern. Gemeinsam mit der Schau präsentiert das Wien Museum den ersten, dem Rathaus gewidmeten und von Traute Fabich-Görg erarbeiteten Band des Bestandskataloges (Böhlau Verlag, 24.90 Euro) seiner Plastiken. Die Skulpturen-Sammlung von insgesamt 1600 Statuen aus dem 19. und 20. Jahrhundert soll nach und nach in einem mehrbändigen Katalog allgemein zugänglich gemacht werden.****

Selten hat man Gelegenheit, die in Skulpturen umgesetzte politische Vision hoch oben auf der Rathausfassade aus der Nähe zu betrachten. Der Katalog wie auch die Präsentation ausgewählter Gipsmodelle im 2. Stock des Wien Museums Karlsplatz ermöglichen die nähere Begegnung mit diesem Kapitel der Wiener Stadtgeschichte. Die Gipsmodelle dienten als Entwürfe zu den Skulpturen, die dann mehr oder weniger verändert ausgeführt wurden. Sie zeigen den großen künstlerischen Einsatz, der zur Schöpfung dieses Gesamtkunstwerkes des Historismus beigetragen hat.

Errichtet wurde das "neue" Rathaus als Monument der bürgerlichen Emanzipation, als Symbol städtischer Selbstverwaltung. Daher auch der Titel der Ausstellung "Wiener Stolz". Um das "neue" Rathaus zum Identifikationsobjekt für die Bürger Wiens werden zu lassen, ließ Friedrich Schmidt die Fassaden und den Festsaal mit reichem Skulpturenschmuck ausstatten. In der Zeit der Erbauung stellten die Plastiken die Verbindung zwischen dem Außen und dem Innen, der Stadt und ihren offiziellen Vertretern dar. Vor allem die Hauptfassade ist steingewordenes Geschichtsbild: Die Figur der Vindobona inmitten der Kronländer bestätigte Wien als Haupt- und Residenzstadt eines großen Reiches. Gewappnete Bürger verdeutlichten deren Beitrag zu den für die Stadt politisch bedeutenden Ereignissen - den Türkenbelagerungen, den Franzosenkriegen, der Revolution von 1848 und der Schlacht von Solferino 1859. Von der Ausdehnung der Stadt und dem Anwachsen zur Metropole erzählen die Figuren der neu eingemeindeten Vorstädte. Statuen verschiedener Berufsgruppen unterstreichen den Bürgerfleiß als Voraussetzung für die wirtschaftliche Blüte Wiens. Weibliche Allegorien symbolisieren Aufgaben und Tugenden der Bürgerschaft.

Das Wien Museum Karlsplatz ist jeweils Dienstag bis Sonntag und Feiertag von 9 bis 18 Uhr geöffnet (15. Dezember 2003 und 1. Jänner 2004 geschlossen). Der Eintrittspreis beträgt 4 Euro, ermäßigt für Lehrlinge, Schüler, Lehrer, Studenten, Präsenz-und Zivildiener, Senioren, behinderte Personen und Gruppen ab 10 Personen zwei Euro). Freier Eintritt: Freitag von 9 bis 12 Uhr und Sonntag von 9 bis 18 Uhr.

o Weitere Informationen: Tel.: 505 87 47 Internet: http://www.wienmuseum.at/

rk-Fotoservice: http://www.wien.at/ma53/rkfoto/

(Schluss) gab

Rückfragen & Kontakt:

PID-Rathauskorrespondenz:
http://www.wien.at/vtx/vtx-rk-xlink/
Dr. Martin Gabriel
Tel.: 4000/81 842
gab@m53.magwien.gv.at

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NRK0015