Rumplmayr: "Deckelung der Photovoltaik ist viel zu niedrig"

Bundesverband Photovoltaik schlägt Änderung des Ökostromgesetzes vor

Wien (PWK797) - Durch die Deckelung der Förderung der
Photovoltaik (PV) mit nur 15 MW erleidet die gesamte PV-Branche derzeit einen enormen Schaden. Der erfreuliche Markttrend zu Beginn der erhöhten Einspeisetarife wurde mit Erreichen der Deckelung jäh unterbrochen. Jegliche Perspektiven für die PV-Betriebe und deren Angestellte wurden damit zunichte gemacht, kritisiert der Obmann des Bundesverbandes Photolvoltaik in der Wirtschaftskammer Österreich, Bernd Rumplmayr.

"Eine kontinuierliche Marktentwicklung ist nicht möglich. Grundsätzlich kann ein derart niedriger Deckel nur zum Arbeitsplatzabbau führen." Der boomende deutsche PV-Markt ist zwar auch gedeckelt, jedoch in Bezug auf die Einwohnerzahl in fast siebenfacher Größe (1.000 MW). Wie an der dortigen Entwicklung klar zu erkennen sei, lasse dies eine stetige Weiterentwicklung des PV-Marktes zu, erklärte Rumplmayr.

Um eine langfristige Blockierung von Fördermitteln zu vermeiden, schlägt der Bundesverband eine Änderung des Ökostromgesetzes § 10 Abs.1 Z. 1 vor. "Damit würde der PV-Branche tatsächlich eine kontinuierliche Entwicklung ermöglicht".

Der Vorschlag des Bundesverbandes Photovoltaik in der WKÖ lautet im einzelnen:

1. Die Deckelung der Förderung ist nach deutschem Vorbild (1.000 MW) auf 100 MW anzuheben - bzw. für Anlagen unter 20 kW generell aufzuheben.
2. Der Vertrag mit den Ökobilanzgruppenverantwortlichen gilt für die tatsächlich errichtete Anlagengröße zum Zeitpunkt des Vertragsabschlusses. Der Rest verfällt und muss im Falle einer späteren Erweiterung neu beantragt werden.
3. Die Zusage der Förderung soll auf 4 Monate beschränkt werden. Damit ist auch eine Begrenzung der Anlagengröße erreicht, da Großanlagen eine entsprechend längere Bauzeit benötigen.
4. Voraussetzung für die Zuerkennung der Einspeisevergütung ist die Vorlage des bundeseinheitlichen "Prüfprotokolls für photovoltaische Energieerzeugungsanlagen" der Bundesinnung der Elektrotechniker, Bundeseinheitliche Fassung" - lt. ÖVE/ON 2750 Anhang B.

Der Zugang zu einer geförderten PV-Anlage sollte einfach und bundeseinheitlich möglich sein. Alle drei Ökobilanzgruppenverantwortlichen (ÖkoBGV) sind verpflichtet, die Anerkennung einer Ökostromanlage nach denselben Gesichtspunkten zu vergeben. Es könne nicht sein, dass ein ÖkoBGV eine andere Vorgangsweise pflegt als die beiden anderen und damit Verunsicherung bei den PV-Interessenten und Firmen auslöst.

Ziel des Ökostromgesetzes, speziell für Photovoltaik, soll die Technologieförderung und vor allem der Aufbau einer eigenständigen PV-Industrie in Österreich sein, um diese zukunftsweisende Technologie rasch in die heimische Stromversorgung zu integrieren, schließt Rumplmayr. (hp)

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