ÖBB-Streik auf dem Rücken der Industrie

Tessmar-Pfohl: Streik schadet der Bahn selbst, vor allem aber dem Industriestandort

Wien (PWK796) - "Durch den völlig unverständlichen Streik der ÖBB vergibt die Bahn die Jahrhundertchance, sich auch im Hinblick auf die kommende LKW-Maut als verlässlicher Partner der Industrie und als Transportalternative zur Straße zu positionieren", reagiert der Obmann der Bundessparte Industrie Werner Tessmar-Pfohl auf den laufenden unbegrenzten ÖBB-Streik.

Viele Unternehmen - vor allem aus dem Chemie-, Holz-, Baustoff-, Nahrungs- und Genußmittel- und Papierbereich - benötigen die Bahn als Transportlogistikpartner. Einige Branchen - allen voran die Papierindustrie - transportieren große Mengen (bis zu 50 %) auf der Schiene. Der aktuelle Streik führt dazu, dass diese Unternehmen kurzfristig Transportsubstrat auf die Straße verlagern und zusätzliche Mittel für alternative Transporte aufbringen müssen. Vielfach ist eine Verlagerung - z.B. beim kontinuierlich notwendigen Abtransport von Sägenebenprodukten im Holzbereich - ohne Unterstützung der Schiene kurzfristig gar nicht zu organisieren und wird daher in manchen Bereichen bereits unmittelbar der Produktionsablauf gefährdet. Das Signal für die Unternehmen (angesichts der exorbitanten Kostensteigerungen durch die LKW-Maut ab 1.1.2004) ist, dass sich die Bahn als Partner bei der laufenden Planung dringend gesuchter Transportalternativen selbst diskreditiert.

Die Industrie benötigt die Bahn als effizienten und wettbewerbsfähigen Transportpartner und unterstützt nachdrücklich jede Reform, die diesem Ziel langfristig dient. Damit fügt aber der neuerliche Streik nicht nur dem Industriestandort gerade in einer kritischen Phase enormen Schaden zu, sondern es wird den Zukunftschancen der Bahn selbst erheblicher Schaden zugefügt. Transportsubstrat, das einmal von der Schiene zur Straße gewechselt hat, ist nur schwer wieder für die Bahn zu gewinnen. (us)

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