Tobias Moretti ist "Käthchens Traum"

Jürgen Flimm inszeniert moderne Kleist-Verfilmung - 2004 im ORF

Wien (OTS) - Sie zählt wohl zu einer der schönsten Liebesgeschichten der deutschsprachigen Weltliteratur: Heinrich von Kleists Ritterschauspiel "Das Käthchen von Heilbronn". Seit Ende Oktober verfilmt der WDR in Zusammenarbeit mit dem ORF, ARTE und der Filmstiftung Nordrhein-Westfalen den dramatischen Klassiker, der Anfang des 19. Jahrhunderts entstand. Unter dem Titel "Käthchens Traum" dreht Theaterregisseur Jürgen Flimm, Intendant der RuhrTriennale und zuletzt Schauspielchef der Salzburger Festspiele, eine moderne TV-Version von Kleists Geschichte. In die Rolle des zeitgemäßen "Ritters" Friedrich Strahl - Geschäftsführer eines Pharmakonzerns - ist niemand Geringerer als Österreichs Filmstar Tobias Moretti geschlüpft. Als sechzehnjähriges Käthchen, im Film Tochter eines Automechanikers, steht die junge Theresa Weißbach vor der Kamera. Mit Julia Stemberger, die die Rolle der schönen Kunigunde, hier erfolgreiche Managerin, verkörpert, ist eine weitere österreichische Schauspielgröße vertreten. Weiters spielen August Zirner (am 30. November in "Gebürtig" im ORF), Armin Rohde (zuletzt für den ORF in der Keller-Verfilmung "In Liebe vereint"), Sylvester Groth ("BBA - Der Briefbomber", "Ein glücklicher Tag") u. v. a.

Beeindruckende Originaldialoge Kleists

Die historische Handlung Heinrich von Kleists wurde in die Gegenwart verlegt, die Dialoge blieben jedoch originalgetreu. Der besondere Reiz an dieser Kombination liegt für Drehbuchautor Stefan Dähnert und Regisseur Jürgen Flimm, der sich damit nach längerer Abstinenz wieder dem Film zuwandte, in der Wechselwirkung von Kleists Sprache und dem modernen Ambiente. Hauptdarsteller Moretti, der sein jüngstes Projekt als "futuristische Perspektive der völligen Ohnmacht in unserer Zeit" bezeichnet, kann dem nur beipflichten: "Die Original-Sprachgewalt von Kleist ist beeindruckend."
Noch bis Ende November wird im Ruhrgebiet - in Duisburg, Essen und Herne - gedreht, im ORF wird "Käthchens Traum" voraussichtlich 2004 zu sehen sein.

Und darum geht es in der modernen Kleist-Adaption:

Das Unternehmen Stauffen hat hart zu kämpfen. Das teure Präparat gegen die Alterung des Menschen steht kurz vor der Markteinführung. Täglich erwartet man die Zulassung des Europäischen Patentamts. Gegen die Begehrlichkeiten anderer Konzerne konnte sich der Geschäftsführer Friedrich Strahl (Tobias Moretti) bisher wehren. Als eines Tages ein Automechaniker behauptet, seine sechzehnjährige Tochter Käthchen (Theresa Weißbach) sei Opfer eines klinischen Tests bei Stauffen geworden, fällt der Aktienkurs. Bei einer Gegenüberstellung erkennt Strahl in dem Mädchen jene hübsche kleine Klette wieder, die ihm seit Monaten wie ein Groupie auf den Fersen ist, immer hinter ihm herläuft, besessen von dem Gedanken, ihm zu gehören. Strahl lässt Käthchen amüsiert stehen. Stattdessen verliebt er sich in derselben Nacht in die Managerin seines Erzfeindes, Kunigunde von Thurneck (Julia Stemberger).
Während Käthchen unbeirrt auf Strahls Fersen bleibt, droht dieser allmählich den Kopf (und das Portefeuille) zu verlieren. Erst in einer waghalsigen Rettungsaktion erkennt Strahl die selbstlosen Motive Käthchens.

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